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BeitragVerfasst: Di 8. Nov 2016, 21:26 
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Was mir oft auffällt ist die - ich nenn's mal: gedankliche Zweiteilung bei vielen Leuten.
Alle Errungenschaften der Wissenschaft werden ohne groß darüber nachzudenken benutzt. Man fliegt, man smartphoned, man benutzt Autos, erzählt stolz, dass man 'in der Röhre' war, benutzt Nanopartikel Shampoo - die Liste ist wahrscheinlich Seitenlang weiter zu führen.
Die gleichen Leute rennen dann aber Homöopathen hinterher, wollen ihre Kinder nicht impfen lassen, rufen 'Genfreie Zonen' aus und/oder bestreiten die Mondlandung und sind sicher die Sterne würden ihnen ihr Schicksal mitteilen.

Wie schaffen es die Menschen den offensichtlichen Nonsens für wahr zu halten? Ist die (natur)wissenschaftliche Ausbildung so mies, dass sie Erklärungen nicht folgen können? Aber wie können sie dann z.B. überhaupt wissenschaftlichen Errungenschaften vertrauen? Die meisten gehen ja zum Doktor wenn sie krank sind, setzen sich in Flugzeuge, wollen unbedingt gut aussehende Gemüse - dann ist ihnen das Insektizid egal.
Ich bin da immer wieder verblüfft. Bild


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BeitragVerfasst: Di 8. Nov 2016, 22:22 
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Da machst du ein FAß auf! Dein Beitrag ist gut, eine berechtigte Beobachtung, und verdiente eine ausführlichere Antwort, als ich sie im Moment zustandebringe.

Ich kann eine mögliche Antwort im Augenblick nur andeuten: die Welt ist für viele Menschen kein Kontinuum, für das sie eine umfassende Erklärung haben, sondern eine Ansammlung von ganz unterschiedlichen Modellen, manche konform mit den Naturwissenschaften, wenn es Ihnen in den Kram paßt, andere wiederum nicht. Der Maßstab ist nicht eine ihnen eigentlich fremde Vernunft, sondern der persönliche, vordergründige Nutzen.

Ich möchte es mal so zusammenfassen: die Bezeichnung "Homo Sapiens" ist maßlos übertrieben.

_________________
"Mangel an historischem Sinn ist der Erbfehler aller Philosophen ... Alles aber ist geworden;
es gibt keine ewigen Tatsachen: sowie es keine absoluten Wahrheiten gibt."


- Friedrich Nietzsche


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BeitragVerfasst: Mi 9. Nov 2016, 08:17 
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Marcellinus hat geschrieben:
Da machst du ein FAß auf! Dein Beitrag ist gut, eine berechtigte Beobachtung, und verdiente eine ausführlichere Antwort, als ich sie im Moment zustandebringe.

Ich kann eine mögliche Antwort im Augenblick nur andeuten: die Welt ist für viele Menschen kein Kontinuum, für das sie eine umfassende Erklärung haben, sondern eine Ansammlung von ganz unterschiedlichen Modellen, manche konform mit den Naturwissenschaften, wenn es Ihnen in den Kram paßt, andere wiederum nicht. Der Maßstab ist nicht eine ihnen eigentlich fremde Vernunft, sondern der persönliche, vordergründige Nutzen.

Ich möchte es mal so zusammenfassen: die Bezeichnung "Homo Sapiens" ist maßlos übertrieben.



:D nun hat der Mensch sich ja selber in maßloser Selbstüberschätzung die Bezeichnung homo sapiens sapiens gegeben...

Nur wird er dadurch nicht weiser und ob klüger in deinem Sinne sei dahin gestellt.

Das ist eigentlich kein Faß, was da aufgemacht wurde. Es ist klare Klosbrühe, die da auf den Tisch gestellt wird.

Es ist nämlich so, dass Wissen über etwas und Wissen im Umgang mit etwas ganz wenig damit zu tun hat, wie man zu den Dingen selber steht und der Umgang damit Auswirkung auf das Selbst hat. Wissen ist nur auf der unteren Ebene des Wissen selber und dem Streben nach Wissen eine Macht.

Wir feiern heuer einen Jahrestag Halleyschen Kometen. Daran kann ich wunderbar festmachen, dass alles Wissen um diesen und die Erkenntnisse aus diesem in wissenschaftlicher Form nie den Mythos dessen, was der Komet beim Menschen bewegt, erreichen kann, schlägt.
Wenn ich meine, das Aufgeklärtsein über das Kometendasein würde reichen um das zu begreifen, was der Komet beim Menschen verursacht, bringt nur dies den Kurzschluss hervor = booh der Mensch weiß was ! Verbinden tut mich das Wissend darum nur auf der Ebene des Wissens, nicht auch der Ebenen des gemeinsamen Empfindens.

Ich kann ne Sonate von Mozart spielen , weil ich die Noten kenne, eine gewisse Klaviertechnik habe. Das reißt niemanden vom Hocker. Wenn Alfred Brendl die spielt, dann reißt das viele vom Hocker.

Demnach kannst soviel Wissen wie du willst, weiterbringen tut uns das alleine nicht. Weil das so ist, latscht die Pedgida, führt aus ein tumber Trump mit Wurzeln aus der Pfalz weg von dem sapiens insgesamt ......

Ist was Feines :)....... haben wir doch lange genug dran gearbeitet....


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BeitragVerfasst: Mi 9. Nov 2016, 09:09 
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Marcellinus hat geschrieben:
Ich möchte es mal so zusammenfassen: die Bezeichnung "Homo Sapiens" ist maßlos übertrieben.


Ich bin zwar der Ansicht, daß ich in der Regel Dinge von mir gebe, die durch Tatsachenbeobachtungen belegt sind, aber auf eine solch schnelle Bestätigung hätte ich gut verzichten können.

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BeitragVerfasst: Mi 9. Nov 2016, 09:34 
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Marcellinus hat geschrieben:
Marcellinus hat geschrieben:
Ich möchte es mal so zusammenfassen: die Bezeichnung "Homo Sapiens" ist maßlos übertrieben.


Ich bin zwar der Ansicht, daß ich in der Regel Dinge von mir gebe, die durch Tatsachenbeobachtungen belegt sind, aber auf eine solch schnelle Bestätigung hätte ich gut verzichten können.


:D Ich hatte nicht mit der schnellen Bestätigung gerechnet, dass du den Begriff sapiens nicht verstehst. Aber das macht nichts. Weiter Tatsachen beobachten...

Diese/deine einseitige Form des Betrachtens ruft unweigerlich die andere Einseitigkeit des Betrachtens , was aus dem Betrachten als Tatsache vermeintliche herausgezogen wird, hervor. Erkenntnisse , die der Mensch aus Tatsachen zieht, unterliegen nur mal einer Beurteilung...darum geht es . Nicht ums Betrachten, sondern ums spectaculum

Erleben wir z-Zt. ganz deutlich. Also immer weiter beobachten und beobachten und beobachten und beobachten...... ... dem Bergiffsinhalt sapiens wird das alles eigentlich nicht gerecht.

Also viel Spaß dabei..... :)


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BeitragVerfasst: Mi 9. Nov 2016, 18:50 
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Marcellinus hat geschrieben:
...eine Ansammlung von ganz unterschiedlichen Modellen, manche konform mit den Naturwissenschaften, wenn es Ihnen in den Kram paßt, andere wiederum nicht. Der Maßstab ist nicht eine ihnen eigentlich fremde Vernunft, sondern der persönliche, vordergründige Nutzen.

Ja, genau. Ich mache zunehmend unser Bildungssystem verantwortlich.
Wie kann das z.B. Mediziner und Pharmakologen abliefern die gleichzeitig Homöopathie befürworten, ja sogar anwenden. Und da nicht nur den Placeboeffekt ausnutzen wollen sondern wirklich daran glauben.

abbaJazz hat geschrieben:
... Es ist klare Klosbrühe, die da auf den Tisch gestellt wird.

Du scheinst ja ein ziemlicher Durchblicker zu sein... :roll:

Und dann ist DAS dein Erklärung?
Zitat:
Es ist nämlich so, dass Wissen über etwas und Wissen im Umgang mit etwas ganz wenig damit zu tun hat, wie man zu den Dingen selber steht und der Umgang damit Auswirkung auf das Selbst hat. Wissen ist nur auf der unteren Ebene des Wissen selber und dem Streben nach Wissen eine Macht.

Ist das so? Ich behaupte dann mal, dass das nicht stimmt und gar nicht 'gewusst' wird - weil, wie Marcellinus schon angedeutet hat die Welt für viele Leute eine Ansammlung von ganz unterschiedlichen Modellen ist, die sie imo nicht oder nur teilweise verstanden haben und die auch für sie keinerlei Beziehung zueinander haben.

abbaJazz hat geschrieben:
...Halleyschen Kometen. Daran kann ich wunderbar festmachen, dass alles Wissen um diesen und die Erkenntnisse aus diesem in wissenschaftlicher Form nie den Mythos dessen, was der Komet beim Menschen bewegt, erreichen kann, schlägt.

Was für ein Mythos? Und wer sollte meinen, dass
abbaJazz hat geschrieben:
das Aufgeklärtsein über das Kometendasein würde reichen um das zu begreifen, was der Komet beim Menschen verursacht,
?
Das sind doch zwei völlig unterschiedliche Stiefel. Das eine ist Astro-Physik, das andere Psychologie. Da braucht's keinen Kometen, da reicht ein Majakalender oder ein Jahr 2000. Und das ist ja auch genau meine Verwunderung. Wozu diese Pseudoaufregungen?

abbaJazz hat geschrieben:
Verbinden tut mich das Wissend darum nur auf der Ebene des Wissens, nicht auch der Ebenen des gemeinsamen Empfindens.

Verstehe ich nicht, was du hier meinst.

abbaJazz hat geschrieben:
Ich kann ne Sonate von Mozart spielen , ...
Demnach kannst soviel Wissen wie du willst, weiterbringen tut uns das alleine nicht. ...

Du tust so, als könne man über die emotionalen Aspekte zum einen nichts wissen und als hätte 'Wissen' nicht selber einen emotionalen Aspekt.
Was meinst du mit 'weiter bringen'? Und doch, schon alleine 'Wissen' bringt uns schon ziemlich weit. Zumindest das, was ich unter 'Wissen' verstehe. So braucht es schon mal verdammt viel 'Wissen' um überhaupt einen Flügel zu bauen. Und glaubst du 'Wissenschaft' wäre ohne Emotionen möglich?

Vielleicht ist hier einer der Knackpunkte - die Illusion, es gäbe eine Trennung zwischen 'Wissen' (also der Logik) und dem 'Gefühl'

Und da habe ich den Eindruck, dass das schon mal besser war und die Schulen, die Uni, die Medien es nicht (mehr) schaffen die Leute für Wissen zu begeistern, ihnen die Freude für skeptisches Denken nahe zu bringen, Fragen zu stellen,...


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BeitragVerfasst: Mi 9. Nov 2016, 19:11 
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Non scolae sed vitae discimus.... :D

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/d ... 20824.html


Zuletzt geändert von abbaJazz am Fr 11. Nov 2016, 08:49, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Do 10. Nov 2016, 00:23 
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abbaJazz hat geschrieben:
Ich kann ne Sonate von Mozart spielen , weil ich die Noten kenne, eine gewisse Klaviertechnik habe. Das reißt niemanden vom Hocker.


Da wundert mich nicht. Wenn Dein Klavierspiel so zusammenhang- und seelenlos ist wie Deine Beiträge, kann das ja nichts werden.


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BeitragVerfasst: Do 10. Nov 2016, 07:35 
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Beiträge: 60
Stefan hat geschrieben:
abbaJazz hat geschrieben:
Ich kann ne Sonate von Mozart spielen , weil ich die Noten kenne, eine gewisse Klaviertechnik habe. Das reißt niemanden vom Hocker.


Da wundert mich nicht. Wenn Dein Klavierspiel so zusammenhang- und seelenlos ist wie Deine Beiträge, kann das ja nichts werden.


ooooch...das war aber jetzt ne ganz dolle Replik. Zeigt sie doch, dass du es eher auf Stinkefingezeigern abgesehen hast, als ein Verständnis hin zu dem, was hinter dem Beispiel steckt, zu entwickeln. Musste du ja auch nicht, kannst in deinem Verständnis ruhig bleiben.


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BeitragVerfasst: Do 10. Nov 2016, 09:48 
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Beiträge: 1096
rhabarbarum hat geschrieben:
...
Die gleichen Leute rennen dann aber Homöopathen hinterher, wollen ihre Kinder nicht impfen lassen, rufen 'Genfreie Zonen' aus und/oder bestreiten die Mondlandung und sind sicher die Sterne würden ihnen ihr Schicksal mitteilen.

Ja. Unverständlich. Und wenn man dann eine Enkelin hast, die schwer krank war, deren Immunsystem nicht hundertprozentig ist, nun in der Schule ist und mit Kindern aus sog. Intellektuellenfamilien in Verbindung kommt, deren Eltern Masernimpfung aus ideologischen Gründen ablehnen, dann ist es zum geisdtigen Amoklauf nicht mehr weit....
Zitat:
Wie schaffen es die Menschen den offensichtlichen Nonsens für wahr zu halten? Ist die (natur)wissenschaftliche Ausbildung so mies, dass sie Erklärungen nicht folgen können?...

Ja. Die ist so mies. Und Kinder sind unglaublich neugierig, denen könnte man viel mehr beibringen. Was glaubst Du, wie fasziniert Lea war, als sie selber spielerisch mitkriegte, dass schwere Körper genauso schnell fallen wie leichte? -> Eine Kugellagerkugel und ein Stück Al-Folie reicht, um diesen Versuch zu machen... Wahrscheinlich wußte sie da schon mehr als ihre Panni (nein, kein Schreibfehler) im Kindergarten. Was glaubst Du, wie Gymnasiallehrer(Innen) reagieren, wie die ihre Augen verdrehen, wenn Du Ihnen physikalische Zusammenhänge klarmachen willst, damit sie zumindest begreifen können, wiesoweshalbwarum dieses oder jenes beim Bogenschießen passiert. Da schnallt man ab...
Dazu passt, dass in keiner Buchhandlung "Big Family", Schmidt-Salomon/Kindler, oder "Susi Neunmalklug erklärt die Evolution" zu finden sind. Die kriegst Du noch nicht mal bestellt... Den Test habe ich gemacht. Klar, im "Denkladen" habe ich bekommen, was ich wollte.
Es ist eine Schande...
Jedenfalls haben wir beide uns gestern mit Lea (erstes Schuljahr) köstlich über "Grunz"Adam und Luz im "Der Prototyp" von Ralf König amüsiert...
Ullr

_________________
"Jede Religion hat das Recht, verarscht zu werden." - Heute Show am 31. Okt 2014


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