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 Betreff des Beitrags: Sinn, Unsinn, Sinnlos
BeitragVerfasst: Mi 1. Mai 2013, 21:51 
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Während fast 25 Jahren (inzwischen abgeschlossener) Zenpraxis ist mir immer wieder aufgefallen, dass etwas das man sehr intensiv betrachtet seine Bedeutung verliert und es quasi 'sinnlos' wird. (Dazu gibt es im Zen etliche Übungen). Vergleichbar mit dem häufigen wiederholen eines Wortes, das dann irgendwann seine Bedeutung verliert.

Zunehmend in den letzten Jahren sind mir immer häufiger Menschen begegnet, die sich darüber beklagten, dass ihr Leben 'sinnlos' wäre und sie es nicht schaffen würden einen Sinn zu finden.

Nun frage ich mich ob diese gefühlte Sinnentleerung mit der zugenommenen Selbstbeobachtung zu tun hat. Z.B. hat ein befreundeter Arzt erzählt, dass kaum noch ein Patient ohne Diagnose in seine Praxis kommt - Google ist dein Freund. In Medien wird von Wald- und Wiesenpsychologie bis zu detaillierten wissenschaftlichen Abhandlungen alles geboten. Leute hantieren Begriffe wie 'Evolution', 'DNA' oder 'Quanten' wie ihr täglich Brot, haben aber nie eine Uni von innen gesehen. Selbsthilfebücher 'In X Schritten zum wahren Selbst', 'ICH', 'Hochempfindlich', 'Hochintelligent, .... überschwemmen den Buchmarkt.

Wird durch die Selbstfokussierung das 'Selbstverständnis' beeinflusst? Ein Löffel ist ein Löffel und als solcher 'sinnvoll'. Schaut man ihn lange an, wird er zum 'sinnlosen' Objekt.
Ein 'Selbst*' ist ein 'Selbst' und als solches 'sinnvoll'. Schaut man es lange an, wird es zum 'sinnlosen' Objekt?


*Im introspektiven Sinn, also in Bezug auf die Empfindung, ein einheitliches, konsistent fühlendes, denkendes und handelndes Wesen zu sein (wiki)


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 Betreff des Beitrags: Re: Sinn, Unsinn, Sinnlos
BeitragVerfasst: Mi 1. Mai 2013, 22:06 
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Interessant! Ich muß darüber nachdenken. Fest steht, daß all die Gesundheitsratgeber offenbar nicht zu einer zunehmenden Gesundheit der Bevölkerung geführt haben, eher im Gegenteil.

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"Mangel an historischem Sinn ist der Erbfehler aller Philosophen ... Alles aber ist geworden;
es gibt keine ewigen Tatsachen: sowie es keine absoluten Wahrheiten gibt."


- Friedrich Nietzsche


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 Betreff des Beitrags: Re: Sinn, Unsinn, Sinnlos
BeitragVerfasst: Do 2. Mai 2013, 12:44 
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Unser selbst ist uns gegeben damit wir für den andern leben. Und der andere ist unser Schöpfer. Das macht auf Dauer Sinn weil es Ewig ist. Diese ganze Selbstbestimmung, Selbstverwirklichung, Selbstfokussierung - dieser Egoismus macht leer und der Ich Mensch muss immer neues suchen, sich zu füllen und kommt doch nie zu bleibender Erfüllung.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sinn, Unsinn, Sinnlos
BeitragVerfasst: Do 2. Mai 2013, 13:25 
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masal hat geschrieben:
Unser selbst ist uns gegeben damit wir für den andern leben. Und der andere ist unser Schöpfer. Das macht auf Dauer Sinn weil es Ewig ist. Diese ganze Selbstbestimmung, Selbstverwirklichung, Selbstfokussierung - dieser Egoismus macht leer und der Ich Mensch muss immer neues suchen, sich zu füllen und kommt doch nie zu bleibender Erfüllung.

Komisch, ich hab kaum je Religiöse über die Vorzüge ihres Glaubens reden hören, ohne daß sie abfällig über die herziehen, die ihn nicht teilen.

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es gibt keine ewigen Tatsachen: sowie es keine absoluten Wahrheiten gibt."


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 Betreff des Beitrags: Re: Sinn, Unsinn, Sinnlos
BeitragVerfasst: Do 2. Mai 2013, 15:43 
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masal hat geschrieben:
Unser selbst ist uns gegeben ...

Häh?

Jetzt geb ich mal einen Tagesbeitrag für dieses Zitat aus
Sprich klar, mein Sohn, sprich nicht geschwollen, nicht gestochen! Wer in Rätseln beichtet, wird in Rätseln losgesprochen. (W. Shakespeare)

masal - ich bitte dich - schreib was ohne das Geschwalle - oder lass es. Danke.

Es soll hier weder um 'Schöpfer' noch um 'Ewig' oder 'Erfüllung' gehen


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 Betreff des Beitrags: Re: Sinn, Unsinn, Sinnlos
BeitragVerfasst: Fr 3. Mai 2013, 19:42 
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rhabarbarum hat geschrieben:
Während fast 25 Jahren (inzwischen abgeschlossener) Zenpraxis ist mir immer wieder aufgefallen, dass etwas das man sehr intensiv betrachtet seine Bedeutung verliert und es quasi 'sinnlos' wird. (Dazu gibt es im Zen etliche Übungen). Vergleichbar mit dem häufigen wiederholen eines Wortes, das dann irgendwann seine Bedeutung verliert.

Zunehmend in den letzten Jahren sind mir immer häufiger Menschen begegnet, die sich darüber beklagten, dass ihr Leben 'sinnlos' wäre und sie es nicht schaffen würden einen Sinn zu finden.
...

Ich habe in meinem Leben nie einen "übergeordneten" Sinn gesehen. Für mich war der Sinn eigentlich immer der "Tagessinn". Klar, das ist jetzt (etwas) übertrieben. Wozu soll ich im Leben einen "Sinn" sehen, welchen denn? Meine Aufgaben die ich habe? Wenn ich keine Aufgaben mehr haben werde, dann wird mein Sinn sein, mich über die Sonne, die mein Gesicht wärmt, zu freuen: Glück gehabt, diese Welt erleben zu dürfen, erlebt zu haben. Das ist mein Sinn. Und Unsinn habe ich sinnlos gern. Sich über etwas Unsinniges schippelig lachen... Ich habe es früher schon mal geschrieben. Ich gehöre zum Papagenotyp. Kein Tamino. Durch's Feuer gehen kann ich aber auch. Aber nicht, um zum Kreis irgendwelcher Auserwählter zu gehören. Weder jetzt noch in einer erlogenen Zukunft.
ullr

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"Jede Religion hat das Recht, verarscht zu werden." - Heute Show am 31. Okt 2014


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 Betreff des Beitrags: Re: Sinn, Unsinn, Sinnlos
BeitragVerfasst: Fr 3. Mai 2013, 23:05 
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rhabarbarum hat geschrieben:
... ist mir immer wieder aufgefallen, dass etwas das man sehr intensiv betrachtet seine Bedeutung verliert und es quasi 'sinnlos' wird.
Vergleichbar mit dem häufigen wiederholen eines Wortes, das dann irgendwann seine Bedeutung verliert.
Ein Löffel ist ein Löffel und als solcher 'sinnvoll'. Schaut man ihn lange an, wird er zum 'sinnlosen' Objekt.

Ich versteh leider auch nach paar maligem Lesen noch immer nicht, was genau du damit meinst?

Zitat:
Nun frage ich mich ob diese gefühlte Sinnentleerung mit der zugenommenen Selbstbeobachtung zu tun hat.

Zitat:
Z.B. hat ein befreundeter Arzt erzählt, dass kaum noch ein Patient ohne Diagnose in seine Praxis kommt - Google ist dein Freund. In Medien wird von Wald- und Wiesenpsychologie bis zu detaillierten wissenschaftlichen Abhandlungen alles geboten. Leute hantieren Begriffe wie 'Evolution', 'DNA' oder 'Quanten' wie ihr täglich Brot, haben aber nie eine Uni von innen gesehen.

Und was stört dich jetz daran, dass sie sich im net informieren und damit hantieren?
Und was hat das jetzt mit deiner Einstiegsaussage über Zenpraxis und Menschen zu tun, die sich darüber beklagten, dass ihr Leben 'sinnlos' wäre und sie es nicht schaffen würden einen Sinn zu finden. ?
Zitat:
Wird durch die Selbstfokussierung das 'Selbstverständnis' beeinflusst?

Ja

Zitat:
*Im introspektiven Sinn, also in Bezug auf die Empfindung, ein einheitliches, konsistent fühlendes, denkendes und handelndes Wesen zu sein (wiki)


Worüber willst du jetzt diskutieren? Über die Vorstellungen, Wahrnehmungen und Bewertungen eines Subjektes von sich und seinen Handlungen=Selbstverständnis?
Oder über "Sinn/Sinnlosigkeit des Lebens" oder über zweckdienliche Dinge wie Löffel (oder Ehepartner), die bei näherer, sehr intensiver Betrachtung an Bedeutung verlieren?
Ich kapiers ned, worauf du hinaus willst :|


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 Betreff des Beitrags: Re: Sinn, Unsinn, Sinnlos
BeitragVerfasst: Sa 4. Mai 2013, 00:39 
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ullr hat geschrieben:
Ich habe in meinem Leben nie einen "übergeordneten" Sinn gesehen....

Ich habe den auch nie gesehen und auch nie gesucht. Allerdings hatte und habe ich immer quasi 'Zweck gebundenen Sinn' gesehen - sozusagen 'Projekt orientiert'.

Ich begegne aber zunehmend besonders jungen Leuten (zwischen 20 und 30) die genau auf der Suche nach diesem 'übergeordneten Sinn' sind und teils in depressive Phasen abgleiten, weil sie eben den nicht finden können. Und ich frage mich, was der Grund sein könnte.

Alice hat geschrieben:
Ich versteh leider auch nach paar maligem Lesen noch immer nicht, was genau du damit meinst?

ist ja nicht schlimm

Alice hat geschrieben:
Und was stört dich jetz daran, ...
wer hat gesagt, dass mich was stört? Das war ein Beispiel. Und da du den Einstieg nicht verstanden hast, sagt das Beispiel auch nichts.
Alice hat geschrieben:
Ja

wie willst du das wissen? Du hast selber gesagt, du hast den Kontext in dem ich diese Frage gestellt hab, nicht verstanden und gibst dann eine solche Antwort? Diese schnodderige Art passt nicht in dieses Unterforum. Hat einen Grund warum ich nicht in den Grenzgängern gepostet hab.

Alice hat geschrieben:
Worüber willst du jetzt diskutieren? ....
Ich kapiers ned, worauf du hinaus willst

Wie kommst du darauf, dass ich etwas 'diskutieren' will? Ich habe eine Beobachtung und meine Überlegungen dazu geschrieben. Wer versteht worauf ich hinaus will hat vielleicht etwas dazu zu sagen - dass er sich das so auch vorstellen kann, weil....
oder er sich das gar nicht vorstellen kann, weil...

Und was möchtest du mit deiner Mitteilung, dass du es nicht kapierst sagen? Möchtest du es gern kapieren? Oder wolltest du kund tun, dass du das Thema Scheiße findest?


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 Betreff des Beitrags: Re: Sinn, Unsinn, Sinnlos
BeitragVerfasst: Sa 4. Mai 2013, 10:39 
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Registriert: Sa 13. Apr 2013, 20:04
Beiträge: 519
Zitat:
Du hast selber gesagt, du hast den Kontext in dem ich diese Frage gestellt hab, nicht verstanden

Das habe ich nicht gesagt!
Lies mal genauer-ich habe es extra noch fett markiert,was ich nicht verstehe, nämlich warum z.B. ein Löffel nach längerem anschauen seine Bedeutung(für wem?) verliert - bzw.dass,wenn man(wer ?) etwas sehr intensiv betrachtet seine Bedeutung verliert- und was das mit Selbstbeobachtung/Selbstverständnis zu tun hat.
Und ich erkenne auch keinen Kontext-sondern du sprichst nach meiner Wahrnehmung nach 3 verschiedene Themen an...
Zitat:
Oder wolltest du kund tun, dass du das Thema Scheiße findest?

Wenn ich dies kundtun hätte wollen, so hätte ich es auch getan. Was soll das?
Unterlass bitte zukünftig mir gegenüber solche blöden "sinnlosen" "unsinnigen"Bemerkungen(zumindest in diesem Unterforum).

Zitat:
Ich begegne aber zunehmend besonders jungen Leuten (zwischen 20 und 30) die genau auf der Suche nach diesem 'übergeordneten Sinn' sind und teils in depressive Phasen abgleiten, weil sie eben den nicht finden können.
Und ich frage mich, was der Grund sein könnte.

Sie denken womöglich einfach zu viel nach und ihre Gedankengänge ziehen sie in Depressionen.
Vielleicht sind sie unterfordert und daher zu viel Zeit über Sinn oder Unsinn zu grübeln?
Aber viellleicht haben die Depressionen auch physische Ursachen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sinn, Unsinn, Sinnlos
BeitragVerfasst: Sa 4. Mai 2013, 11:02 
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Registriert: So 14. Apr 2013, 05:06
Beiträge: 1096
rhabarbarum hat geschrieben:
ullr hat geschrieben:
Ich habe in meinem Leben nie einen "übergeordneten" Sinn gesehen....

Ich habe den auch nie gesehen und auch nie gesucht. Allerdings hatte und habe ich immer quasi 'Zweck gebundenen Sinn' gesehen - sozusagen 'Projekt orientiert'.

Ich begegne aber zunehmend besonders jungen Leuten (zwischen 20 und 30) die genau auf der Suche nach diesem 'übergeordneten Sinn' sind und teils in depressive Phasen abgleiten, weil sie eben den nicht finden können. Und ich frage mich, was der Grund sein könnte.
...

Ja. Ähnliche Erfahrungen habe ich auch gemacht. Komischerweise war ich in dem Alter -gezwungenermaßen- extrem projektorientiert besonders hinsichtlich des Projektes "eigenes Leben" und obwohl ich da gläubig war, hat mich auch da der sog. "Übergeordnete" Sinn nie interessiert. Später habe ich erfahren, dass es den auch nicht gibt. Also kann ich da nicht viel verpasst haben...
ullr

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