Aktuelle Zeit: Di 24. Apr 2018, 05:23

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 23 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2, 3  Nächste
Autor Nachricht
BeitragVerfasst: Di 17. Sep 2013, 07:54 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: So 14. Apr 2013, 05:06
Beiträge: 1096
Alice hat geschrieben:
Mal wieder über dieses Thema gelesen und über eine Aussage zum Schluss des Artikels den Kopf schütteln müssen....
Pro & Kontra: Beihilfe zum Suizid
Zitat:
Das Leben ist ein unverdientes, wunderbares Geschenk, das wir mit unserem Geburtstag "annehmen" und mit dessen natürlichen Gefährdungen wir umgehen lernen müssen.
...

Der erste Satz (Unterstrichenes) ist so schwachsinnig!

Ja. Und irgendjemand wird jetzt bestimmt erklären können, von wem wir dieses Geschenk erhalten. Und diese Erklärung -ich sag es mal voraus- wird noch schwachsinniger sein.
Zitat:
Auch beim Lesen über die Palliativpflege(Palliativmedizin) stieß es mir gewaltig auf- wer in dem Bereich( oder auf der Onkologischen ) mal gearbeitet hat, denkt möglicherweise auch etwas anders darüber.

Zitat:
Zentrales Ziel der Palliativmedizin ist der Versuch, Sterbende dabei zu unterstützen, sich in Würde dem Tod zu nähern, sich auf "ihn" vorzubereiten, und "ihn", wenn möglich, bewusst erleben zu können.
...

Sollte man einem Menschen nicht, wenn er den ausdrücklichen Wunsch äußert, jetzt seinem Leben ein Ende zu machen, eben die Ausführung dieses Entschlusses so zu erlauben, dass er eben in Würde - um diese Worthülse mal zu gebrauchen- stirbt?
ullr

_________________
"Jede Religion hat das Recht, verarscht zu werden." - Heute Show am 31. Okt 2014


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: Di 17. Sep 2013, 17:40 
Offline

Registriert: Sa 13. Apr 2013, 20:04
Beiträge: 519
ullr hat geschrieben:
Zitat:
Das Leben ist ein unverdientes, wunderbares Geschenk, das wir mit unserem Geburtstag "annehmen" und mit dessen natürlichen Gefährdungen wir umgehen lernen müssen.
...

Ja. Und irgendjemand wird jetzt bestimmt erklären können, von wem wir dieses Geschenk erhalten.

Man"könnte" sagen, das Leben( :roll: )... wurde einem von den Eltern geschenkt- aber... hatte irgendjemand jemals die Möglichkeit,dieses...ähm..."Geschenk".. abzulehnen?
So ein Blödsinn :roll:

Und auf gar keinen Fall hat es der Staat einem geschenkt (der Artikel ist mMn lesenswert)
Zitat:
Der Staat hat mir mein Leben nicht gegeben, er hat von mir keinen Auftrag, über das Ende zu wachen. Verbotstafeln gegen die Sterbehilfe sind inhuman, denn das Recht auf Leben ist kein Lebenszwang.

.......
Es gilt offensichtlich eine stillschweigende gesellschaftliche Übereinkunft. Aber muss man ein reicher Industrieller, ein bekannter Fußballsportler, eine Politikergattin, ein berühmter Schriftsteller sein, um die ansonsten inkriminierte aktive Sterbehilfe in Anspruch nehmen zu dürfen?

Wer bestimmt?

Die dürfen – sie müssen nicht Aids noch Krebs noch multiple Sklerose haben – nach freiem Entschluss ihrem Leben ein Ende setzen? Und der Briefträger, der Kfz-Schlosser, der Maurer – die haben sich gefälligst von der Brücke zu stürzen?

Ich meine mich nicht falsch zu erinnern: Marilyn Monroe hatte kein von Hautkrebs unheilbar entstelltes Gesicht; doch eine Welt hält sie in trauernd-enthusiastischem Gedächtnis.

Wer bestimmt da, was jemand wann und auf welche Weise "darf"? Der Staat? Ich spreche dem Staat rundweg jegliches Recht dazu ab. Ich bin niemandes Eigentum. Der Staat hat mir mein Leben nicht gegeben, er hat von mir keinen Auftrag, über das Ende zu wachen.



Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: Di 17. Sep 2013, 18:02 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: So 14. Apr 2013, 09:59
Beiträge: 771
Zitat:
Der Staat hat mir mein Leben nicht gegeben, er hat von mir keinen Auftrag, über das Ende zu wachen. Verbotstafeln gegen die Sterbehilfe sind inhuman, denn das Recht auf Leben ist kein Lebenszwang.

Ich denke, da geht jemand den zweiten Schritt vor dem ersten. Wenn jemand Verfügungsgewalt über sein eigenes Leben einfordert, so ist das das eine, wobei sich, wie bei jeder Frage von Freiheit, auch die nach der Verantwortung anderen gegenüber stellt.

Davon zu unterscheiden ist die Frage der Sterbehilfe, letztlich das Verfügen über das Leben eines andere. Da ist es mit dem Recht so eine Sache.

Ich sage nicht, daß ich das Recht habe, über mein eigenes Leben zu verfügen. Ich sage aber ausdrücklich, daß niemand anders dieses Recht hat, weder mir das Leben zu nehmen, noch mich zum Weiterleben zu zwingen. Sterbe"hilfe" dagegen, anderen beim Sterben zu "helfen", sehe ich mit ganz großer Skepsis.

_________________
"Mangel an historischem Sinn ist der Erbfehler aller Philosophen ... Alles aber ist geworden;
es gibt keine ewigen Tatsachen: sowie es keine absoluten Wahrheiten gibt."


- Friedrich Nietzsche


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: Di 17. Sep 2013, 18:19 
Offline

Registriert: Sa 13. Apr 2013, 20:04
Beiträge: 519
@
Zitat:
... anderen beim Sterben zu "helfen", sehe ich mit ganz großer Skepsis.

Wir haben eben die beiden Seiten: Der Helfer-der Bittende.
Es kommt auf den Fall an.
Und man kann deinen Satz umformulieren:
Dem Bittenden behilflich sein, seinen "Qualen" ein Ende zu bereiten, insofern er nicht mehr selber die Möglichkeit hat, es selber zu tun, weil....
Ich...bin weder für noch gegen Sterbehilfe, aber ich habe schon Etliches erleben müssen, wo es mir fast das Herz brach und ich dachte, warum ...warum nur hilft da keiner. Es war schrecklich.
Aber in dem oben geposteten Bericht gehts ja um was Anderes.


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: Di 17. Sep 2013, 18:27 
Offline

Registriert: Sa 13. Apr 2013, 20:04
Beiträge: 519
@
Zitat:
Ich sage aber ausdrücklich, daß niemand anders dieses Recht hat, weder mir das Leben zu nehmen, noch mich zum Weiterleben zu zwingen.

Somit hätte auch niemand das Recht einzugreifen, um jemandem am Suizid zu hindern. Das ist ein Eingriff (Einmischung)in Privatsphäre, Eingriff (Einmischung) in persönliches Recht.
Und doch gibts da eben auch die andre Seite. Nicht so einfach, das Ganze zu beurteilen...
Und wenn ich jemanden bitte, mir beim Suizid (unentgeltlich) behilflich zu sein und der damit einverstanden ist, was geht das dann irgendjemand andres an?


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: Di 26. Nov 2013, 19:21 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: So 14. Apr 2013, 09:59
Beiträge: 771
Alice hat geschrieben:
@
Zitat:
Ich sage aber ausdrücklich, daß niemand anders dieses Recht hat, weder mir das Leben zu nehmen, noch mich zum Weiterleben zu zwingen.

Somit hätte auch niemand das Recht einzugreifen, um jemandem am Suizid zu hindern. Das ist ein Eingriff (Einmischung)in Privatsphäre, Eingriff (Einmischung) in persönliches Recht.

Richtig! Wenn du jemandem am Suizid hinderst, mischt du dich in sein persönliches Leben ein, zwingst ihn zu etwas, was er nicht will, nämlich weiterleben.

Alice hat geschrieben:
Und doch gibts da eben auch die andre Seite. Nicht so einfach, das Ganze zu beurteilen...

Ja, da gibt es auch die andere Seite (wie fast immer), wenn du jemanden am Suizid hinderst, und er danach auf einmal doch weiterleben will. Wie du beide Fälle unterscheiden kannst? In der konkreten Situation (und ohne längere Kenntnis der Person) gar nicht! Das Leben ist manchmal Scheiße.

Alice hat geschrieben:
Und wenn ich jemanden bitte, mir beim Suizid (unentgeltlich) behilflich zu sein und der damit einverstanden ist, was geht das dann irgendjemand andres an?

Ja, eigentlich nichts. Bis auf ... siehe oben. ;)

_________________
"Mangel an historischem Sinn ist der Erbfehler aller Philosophen ... Alles aber ist geworden;
es gibt keine ewigen Tatsachen: sowie es keine absoluten Wahrheiten gibt."


- Friedrich Nietzsche


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: Mo 20. Jan 2014, 10:28 
Offline

Registriert: So 14. Apr 2013, 11:48
Beiträge: 44
Man sollte sich doch auch mal fragen, warum jemand "selbstbestimmt" in den Tod gehen will. Da gibt es so viele Probleme, die vor allem mit der Gesundheit zusammenhängen, und die den Menschen dazu bringen können, sich den Tod zu wünschen. In meiner weiteren Verwandtschaft waren es Leute, die einen qualvollen Krebstod starben, weil sich Ärzte nicht genügend Gedanken darüber machten, ob sie die Schmerzen der Betroffenen nicht mit geeigneten Mitteln optimal lindern könnten. Bezeichnend ist doch, dass es zwar Palliativ-Stationen in Krankenhäusern gibt, die Wartelisten aber so lang sind, dass diese Hilfe eher wenigen Patienten zuteil wird und die anderen eben ohne auskommen müssen. Die Wartelisten für sog. Schmerzambulanzen sind so lang, dass dies eigentlich nur als Armutszeugnis für unser Gesundheitssystem gewertet werden kann.

Und dann kommen Gutmenschen und Schlaumeier und fordern, die Leute, die ja diese wundervollen lebensverlängernden Maßnahmen erhalten haben, sollen damit zufrieden sein und gefälligst alle Schmerzen aushalten, da das Leben so ein wundervolles Geschenk ist. Dieselben Gutmenschen und Schlaumeier verhindern auch, dass die schmerzstillenden Wirkstoffe des Hanfes nicht eingesetzt werden dürfen, da es sich dabei um die böse Droge Haschisch handelt. Von solchen Typen soll man sich dann noch vorschreiben lassen, dass man eben alles Leid auf sich zu nehmen habe, weil alles andere unmoralisch wäre.

Ich bin anderer Meinung.


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: Fr 24. Jan 2014, 10:52 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: So 14. Apr 2013, 05:06
Beiträge: 1096
Juana hat geschrieben:
...
Ich bin anderer Meinung.

Ich auch.
Ich konnte nicht bestimmen, ob ich nun auf dieser Welt überhaupt leben wollte oder nicht. Aber ich werde auf meinem Recht bestehen, diese Welt zu verlassen, wenn ich es will.
Eigentlich kann man nur hoffen, wenn man dieses Recht nicht selber mehr ausüben kann, an einen barmherzigen Mediziner/Medizinerin zu geraten, der/die genügend mutig ist, auch neben der gesetzlichen Spur zu laufen. Und es ist ein Armutszeugnis, dass ein demokratischer Staat nicht fähig ist, da klare Regeln zu finden.
ullr

_________________
"Jede Religion hat das Recht, verarscht zu werden." - Heute Show am 31. Okt 2014


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: Fr 24. Jan 2014, 12:54 
Offline

Registriert: So 14. Apr 2013, 11:48
Beiträge: 44
Hier noch ein passender aktueller Zeitungsartikel dazu:

http://www.faz.net/aktuell/politik/inla ... 64622.html

Ich finde es eine Zumutung, dass man auf der einen Seite den Leuten am Ende des Lebens jeden Cent vorrechnet, den die Pflege kostet, und die Arbeit von unterbezahlten Pflegekräften ausführen lässt, und dann auf der anderen Seite noch bestimmen will, dass man diese unwürdige Situation für die Betroffenen mit Hilfe der modernen Medizin so lange wie möglich erhalten will.

Jeder, der einerseits eine Sterbehilfe verbieten will und auf der anderen Seite sich nicht mit aller Kraft dafür einsetzt, dass eine bezahlbare Pflege und ausreichend Palliativplätze vorhanden sind, ist für mich ein Heuchler, dem nicht das Wohl der Menschen, sondern sein eigenes moralisches Wohlfühlen wichtig ist. Warum setzen sich die Leute, die so sehr das Geschenk des Lebens hochhalten, nicht ebenso vehement dafür ein, dass etwas gegen die hohe Zahl der Toten, die jedes Jahr im Krankenhaus wegen mangelhafter Hygiene oder unfachgemäße ärztliche Behandlung sterben, getan wird?


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: Fr 8. Aug 2014, 11:42 
Offline

Registriert: Sa 13. Apr 2013, 20:04
Beiträge: 519


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 23 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2, 3  Nächste

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.

Suche nach:
Gehe zu:  
cron
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de
Impressum

Mit freundlicher Unterstützung von LeMega - Audio Cuisine