Aktuelle Zeit: Mo 23. Apr 2018, 08:16

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 23 Beiträge ]  Gehe zu Seite 1, 2, 3  Nächste
Autor Nachricht
BeitragVerfasst: Mo 1. Jul 2013, 21:44 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Mi 17. Apr 2013, 18:53
Beiträge: 140
In den Niederlanden und in der Schweiz gibt es eine lebendige Diskussion zum selbstbestimmten Tod. Es sind Protokolle entwickelt worden die z.B. regeln wie und unter welchen Bedingungen Euthanasie angewendet werden darf. Zur Zeit treten immer mehr auch Diskussionen zu Demenzerkrankungen in den Vordergrund. Bisher war es so, dass ein Mensch zurechnungsfähig sein musste. Auch schriftliche Erklärungen wurden hinfällig, wenn ein Mensch diese kurz vor dem 'Akt' nicht mehr bestätigen konnte.

Es gibt Leute die die Hilfe zur Selbsttötung generell ablehnen. Die Begründungen sind unterschiedlich. Christen z.B. meinen 'man dürfe sich dieser göttlichen Prüfung nicht entziehen'...
Ich finde es prima, wenn jemand meint unter Qualen sterben zu müssen, aber was ist gegen eine Reglung zu sagen, die Leuten die das wünschen einen 'würdigen' Tod ermöglicht? Gibt es ein 'Recht' auf einen selbstbestimmten Tod? Bzw. ist es vertretbar Menschen die sterben wollen zu helfen?
Was spricht dagegen? Was spricht dafür?


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: Mo 1. Jul 2013, 21:47 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: So 14. Apr 2013, 09:59
Beiträge: 771
rhabarbarum hat geschrieben:
Gibt es ein 'Recht' auf einen selbstbestimmten Tod? Bzw. ist es vertretbar Menschen die sterben wollen zu helfen?
Was spricht dagegen? Was spricht dafür?

Wenn du jemandem "hilfst" zu sterben, ist es für ihn letztlich ein fremdbestimmter Tod. Bevor wir darüber reden, sollten wir also erst klären, ob wir über unseren eigenen Tod reden, oder über den von anderen.

_________________
"Mangel an historischem Sinn ist der Erbfehler aller Philosophen ... Alles aber ist geworden;
es gibt keine ewigen Tatsachen: sowie es keine absoluten Wahrheiten gibt."


- Friedrich Nietzsche


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: Di 2. Jul 2013, 12:33 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Mi 17. Apr 2013, 18:53
Beiträge: 140
Warum meinst du, dass es dann ein 'fremdbestimmter Tod' wäre? Wenn ich jemanden bitte mir ein Mittel zu geben, damit ich sterben kann dann ist das doch nicht fremdbestimmt. Das wäre es nach meiner Ansicht, wenn ich nicht bestimmen könnte ob und wann ich so ein Mittel gerne hätte.


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: Mi 3. Jul 2013, 12:01 
Offline

Registriert: Sa 13. Apr 2013, 20:04
Beiträge: 519
Zitat:
Es gibt Leute die die Hilfe zur Selbsttötung generell ablehnen.

Vielleicht sollte man sich diesbezüglich selber die Frage stellen, würde ich einem Menschen "helfen", wenn er den Wunsch hätte, nicht mehr leben zu wollen, weil das Leben (sein Leiden) für ihn unerträglich geworden ist?
(Selbstverständlich unter der Vorraussetzung, dass ich(man) die Erlaubnis hätte)
Sehr heikle Angelegenheit...
Erstens liegt es in der Natur der "meisten" Menschen, Leben retten zu wollen..
Es ist sogar so, dass wir dazu verpflichtet sind.
Und zweitens, wer ist schon gewillt, Beihilfe(Unterstützung) zu leisten?
A-eine Frage des Gewissens
B-man kommt mit dem Gesetz in Konflikt

Zitat:
Gibt es ein Recht auf einen selbstbestimmten Tod

Ohne auf dein post einzugehn, sondern nur auf diesen einen Satz:
Meine ganz persönliche Ansicht dazu ist "ja"
Und damit beziehe ich mich nicht nur auf Euthanasie in besonderen Fällen , sondern auch auf Suizidwunsch...
Ich beziehe mich aber damit nicht auf Beispiele wieTeenies, die aus Liebeskummer nicht mehr leben wollen....
Auch ein heikles Thema und jeder sieht das wohl anders.
Zitat:
Zur Zeit treten immer mehr auch Diskussionen zu Demenzerkrankungen in den Vordergrund.

Könntest du näher darauf eingehn, worum es genauer bei diesen Diskussionen ging?

Ich habe ja viele alte Klienten zu betreuen und so manche(r) von diesen wünscht sich so sehr, endlich "gehn" zu dürfen(können) weil sie Schmerzen haben oder eben auch Altersdepressionen (des Lebens schon müde geworden) ....

Zitat:
..ist es vertretbar Menschen die sterben wollen zu helfen?

Wer hilft ihnen "freiwilllig"....
Wer hilft "mir" wenn ich den Wunsch hätte?

Hier noch ein Bericht zum Thema
Zitat:
Es gibt Fragen, die jeder für sich allein beantworten muss.


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: Mi 3. Jul 2013, 22:36 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Mi 17. Apr 2013, 18:53
Beiträge: 140
Alice hat geschrieben:
Zitat:
Zur Zeit treten immer mehr auch Diskussionen zu Demenzerkrankungen in den Vordergrund.

Könntest du näher darauf eingehn, worum es genauer bei diesen Diskussionen ging?

Z.B. Leute die Jahrelang immer wieder eine Erklärung unterschrieben haben, dass sie im Falle einer Demenzerkrankung Sterbehilfe in Anspruch nehmen wollen. Die Frage ist jetzt: Wenn dann eine Demenzerkrankung diagnostiziert wird, wie lange wird ein Patient noch für 'zurechnungsfähig´ gehalten? Denn z.B. nach dem Niederländischen Gesetz muss jemand der Euthanasie haben will das sein. Gleichzeitig muss von ´unerträglichem Leiden und keiner Aussicht auf Linderung/Heilung' die Rede sein. Festgestellt wird das von mind. zwei Ärzten. Der eine kann/darf der z.B. der Hausarzt sein, der andere muss ein unbekannter, unabhängiger Arzt sein.

Ich würde jemanden beim Suizid helfen und ich kenne etliche Ärzte die unter bestimmten Bedingungen auch bereit dazu wären/sind.


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: Do 4. Jul 2013, 12:02 
Offline

Registriert: Sa 13. Apr 2013, 20:04
Beiträge: 519
rhabarbarum hat geschrieben:
Ich würde jemanden beim Suizid helfen und ich kenne etliche Ärzte die unter bestimmten Bedingungen auch bereit dazu wären/sind.

Laut diesem Bericht ist dies ja auch möglich ,vorrausgesetzt, man tut es aus "Nächstenliebe"
Zitat:
Suizid-Beihilfe aus Nächstenliebe bleibt erlaubt

Vom strafrechtlichen Verbot ausdrücklich ausgenommen werden im Entwurf all jene Formen der Suizid-Beihilfe, bei denen es nicht um Gewinnerzielung geht. Weiterhin straffrei bliebe es mithin, aus altruistischen Motiven etwa im Familienkreis einem Menschen bei der Selbsttötung zu helfen.

Auch die unentgeltliche, bloß organisierte und wiederholte ("geschäftsmäßige") Beihilfe sowie eine Suizidassistenz durch Ärzte in Einzelfällen wären weiterhin keine Straftaten.


Zitat:
Die Frage ist jetzt: Wenn dann eine Demenzerkrankung diagnostiziert wird, wie lange wird ein Patient noch für 'zurechnungsfähig´ gehalten?

Es sollte daher die schrftliche Erklärung herangezogen werden und für gültig erklärt werden...
Aber das ist halt so ne Sache , wie bei der Patientenverfügung, wo man auch schrifltich erklärt, in bestimmten Fällen keine lebensverlängerten Massnahmen zu ergreifen und dann tun Ärzte es aber doch....
Als ich den 2 tägigen Erste Hilfe Kurs beim roten Kreuz absolvierte, sprachen wir den Leiter des Kurses auch darauf an und der erzählte uns eben, dass dies gar nicht so einfach wäre mit diesen Patientenverfügungen...

Auf der einen Seite macht man da (aus ethischen Gründen) vom Gesetz her so einen Aufstand, aber hat dann auf der andren Seite keinerlei Bedenken und ist auch völlig legitim, im Krieg Menschen zu töten...
Und das Selbe bei Todesstrafe durch Giftspritzen.

Was für eine verrückte Welt


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: Mi 10. Jul 2013, 14:45 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Mo 3. Jun 2013, 16:04
Beiträge: 142
Wohnort: Prenzlberg
rhabarbarum hat geschrieben:
Gibt es ein 'Recht' auf einen selbstbestimmten Tod?

Ja. Wer will mir das Recht nehmen?

Man könnte versuchen, einen Suizid strafrechtlich zu verfolgen, womöglich ihn mit der Todesstrafe ahnden... :mrgreen:

Zitat:
Bzw. ist es vertretbar Menschen die sterben wollen zu helfen?

Nein.

Von Ausnahmen natürlich abgesehen, beispielsweise bei einer Körperlähmung. Aber unerlässlich bei jeder Hilfestellung ist der objektiv und eindeutig erkennbar geäußerte Wille zum Suizid zur 'Tatzeit', also dann, wenn es geschehen soll. Irgendwelche notariell noch so glaubhaft versicherte schriftlich fixierte Willenskundgebungen sind in meinen Augen nicht hinreichend. Klingt etwas provokant, aber der Demenzkranke hat dann eben mal leider Pech gehabt...

_________________
"Nichts ist besser als die Furcht vor einem Feind, um den Pöbel unter Kontrolle zu halten!"

Publius Cornelius Scipio Nasica (Römischer Senator 145 v.u.Z.)


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: Mi 10. Jul 2013, 18:46 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Mi 17. Apr 2013, 08:20
Beiträge: 114
rhabarbarum hat geschrieben:
Gibt es ein 'Recht' auf einen selbstbestimmten Tod? Bzw. ist es vertretbar Menschen die sterben wollen zu helfen?

Beihilfe zum Suizid ist in Deutschland nicht strafbar.

Strafbar ist "Tötung auf Verlangen", was ich für sinnvoll halte, da dann ja jemand anderes die Tat ausführen muss (und die Verantwortung trägt) und die Tat somit nicht mehr selbstbestimmt wäre.


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: Sa 27. Jul 2013, 15:58 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Mi 17. Apr 2013, 18:53
Beiträge: 140
JackSparrow hat geschrieben:
... "Tötung auf Verlangen", was ich für sinnvoll halte, da dann ja jemand anderes die Tat ausführen muss (und die Verantwortung trägt) und die Tat somit nicht mehr selbstbestimmt wäre.

Das ist aber eine merkwürdige Auffassung und imo diskutabel.


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: Di 17. Sep 2013, 05:25 
Offline

Registriert: Sa 13. Apr 2013, 20:04
Beiträge: 519
Mal wieder über dieses Thema gelesen und über eine Aussage zum Schluss des Artikels den Kopf schütteln müssen....
Pro & Kontra: Beihilfe zum Suizid
Zitat:
Das Leben ist ein unverdientes, wunderbares Geschenk, das wir mit unserem Geburtstag "annehmen" und mit dessen natürlichen Gefährdungen wir umgehen lernen müssen.

Die moderne Medizin wird an der Endlichkeit unseres Daseins nichts ändern.
Sie wird manchmal heilen, oft lindern und immer trösten.
Dies ist keine resignierte Beschreibung ärztlicher Handlungsoptionen, sondern die Antwort auf die Herausforderungen eines selbstbestimmten Lebens, das um die eigenen menschlichen Grenzen weiß.

Der erste Satz (Unterstrichenes) ist so schwachsinnig!

Auch beim Lesen über die Palliativpflege(Palliativmedizin) stieß es mir gewaltig auf- wer in dem Bereich( oder auf der Onkologischen ) mal gearbeitet hat, denkt möglicherweise auch etwas anders darüber.

Zitat:
Zentrales Ziel der Palliativmedizin ist der Versuch, Sterbende dabei zu unterstützen, sich in Würde dem Tod zu nähern, sich auf "ihn" vorzubereiten, und "ihn", wenn möglich, bewusst erleben zu können.
Hierzu gehören das Abwenden von Übelkeit, Angst und Atemnot, aber auch die körperliche Pflege sowie das Lindern von Hunger- und Durstgefühlen, aber auch menschliche Zuwendung, seelsorgerischer Beistand und die ausdrückliche Bereitschaft, den Sterbenden und sein unmittelbares Umfeld nicht alleine zu lassen.


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 23 Beiträge ]  Gehe zu Seite 1, 2, 3  Nächste

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.

Suche nach:
Gehe zu:  
cron
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de
Impressum

Mit freundlicher Unterstützung von LeMega - Audio Cuisine