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Der Tod der Spezies Mensch
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Autor:  rhabarbarum [ So 29. Okt 2017, 20:22 ]
Betreff des Beitrags:  Der Tod der Spezies Mensch

Ich interessiere und engagiere mich schon seit vielen Jahren für Naturschutz und alle Entwicklungen auf Gebieten die mit Naturschutz zusammen hängen.

Vor vielen Jahren las ich ein Buch von Douglas Adams "Die letzten ihrer Art" und war schon damals entsetzt. Vor einiger Zeit absolvierte Steven Frey die Reise mit dem gleichen Biologen mit dem auch Adams damals gereist ist um zu schauen wie es den Tieren von damals inzwischen geht - natürlich nicht grundsätzlich besser.

Vor einigen Tagen wurden die Ergebnisse einer Studie zu den Anzahlen und der Artenvielfalt der Insekten in Deutschland veröffentlicht - eine Abnahme von 75%

Weltweite Verschmutzung der Weltmeere steht der Säuberung einiger Flüsse in Deutschland gegenüber. Abholzung der Regenwälder, massenhaftes, weltweites Artensterben.

Luftverschmutzung, Bodenerosion, Trinkwasserprobleme, ...
Viele Szenen erinnern mich da inzwischen an den Film 'Soylent Green - 2022 ... die überleben wollen'

Die aufgeführten Probleme sind nur ein Teil aber genug um damit mein Diskussionsthema hier zu eröffnen:

Wir Menschen haben den Ast auf dem wir sitzen schon abgesägt und befinden uns in freiem Fall. Wir werden aufschlagen, auch wenn wir das noch nicht wahr haben wollen. Auf dem Weg nach unten lenken wir uns mit Pseudoproblemen wie Dieselabgasen und Pseudolösungen wie Elektroautos ab.

Oder steht es doch nicht so schlimm? Der Mensch hat doch noch für jedes Problem eine Lösung gefunden - also auch dafür?

Autor:  Marcellinus [ So 29. Okt 2017, 22:58 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Der Tod der Spezies Mensch

Was erwartest du, eine Prognose? Du weißt doch, Vorhersagen sind schwierig, besonders wenn sie sich auf die Zukunft beziehen! :D

Ich habe dazu ein hübsches Zitat, das ich gerne bringe:

"Unsere öffentlichen Debatten über moralische oder politische Fragen finden längst nicht mehr in einem religiösen Kontext statt, aber die neue Terminologie dient auch dazu, den tiefen Einfluss der vielen Konzepten zugrunde liegenden theologischen Ideen zu verschleiern. Unsere Wortwahl hat sich geändert. Wir sprechen nicht mehr von Seele, sondern von Psyche, wir haben die Erbsünde eingetauscht gegen Schuldgefühle unseren Kindern oder Eltern gegenüber, aber der Nährboden dieser Ideen ist unverändert, wir sehen die Welt immer noch mit den Augen von Gläubigen, auch wenn wir uns dessen nicht bewußt sind.

Wenn wir in die Zukunft blicken, dann fürchten wir nach wie vor die Apokalypse, erwarten wir instinktiv immer noch das Ende der Geschichte im Paradies oder in ewiger Verdammnis. Neben der Erlösungsvision eines perfekten Marktes, einer vollkommenen sozialistischen Gesellschaft, einer Sciencefiction-Zukunft ohne Kriege oder Energieprobleme droht das Angstszenario eines überhitzten Planeten, das Schreckensbild eines nuklearen dritten Weltkrieges, von zusammenbrechenden Ökosystemen, zerstörerischen Asteroiden auf Kollisionskurs mit der Erde oder einem letzten, apokalyptischen Krieg der Zivilisationen. Die Möglichkeit, die Menschheit könnte sich auch noch einige weitere Jahrtausende irgendwie durchmogeln (die bei weitem wahrscheinlichste), sie könnte einige Katastrophen vermeiden und andere erleiden, am Ende aber weder dem Himmel noch der Hölle wesentlich näher sein als heute, entspricht unseren kulturellen Instinkten deutlich weniger. Unsere theologisch konditionierten Hirne denken lieber in Bildern wie Erlösung und Verdammnis, und damit auch Belohnung und Strafe, als mit der Erwartung einer Zukunft voller Zufälle und Zwänge, unvorhersehbar, sinnlos, ohne Ziel."

(Philipp Blom: Böse Philosophen, S. 19f)

Autor:  rhabarbarum [ Mo 30. Okt 2017, 18:05 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Der Tod der Spezies Mensch

Bild Ja, das Buch und das Zitat kenne ich und es stimmt sicher auch.
Allerdings blicke ich gar nicht so sehr in die Zukunft, sondern schaue eher auf die Gegenwart - wobei es natürlich darauf ankommt wie man die jeweils definiert.

Ich kann auch gut mit der Tatsache leben, dass der Mensch - wie viele andere Spezies vor ihm und viele nach ihm irgendwann aussterben wird. Ebenso fürchte ich nicht die Apokalypse noch habe ich das Angstszenario zusammenbrechender Ökosysteme. "Angst" definiere ich als Furcht ohne konkretes Objekt - nichts ist weiter von meiner Einschätzung entfernt. Ich bin nicht mehr so sehr jung, habe die meisten Orte der Welt die ich sehen wollte gesehen, lebe materiell sehr komfortabel ...ich habe weder Angst noch fürchte ich mich - und nein, ich erwarte keine Prognosen, denn die sind nicht nötig. Man muss nur hinschauen.

Ich frage mich, wie jüngere Leute das sehen - denn die werden mit den Problemen umgehen müssen die es jetzt schon gibt und komplett ignoriert werden.

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