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BeitragVerfasst: So 23. Jul 2017, 17:28 
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Hallo Leute,

lange nicht gesehen :roll:

Erinnert sich jemand, wo im NT steht (ich glaube irgendwo bei Paulus), dass man der Staatsautoritaet unbedingt gehorchen muss? Ich frage deshalb, weil ich neulich eine Frau aus einer sehr religioes-konservativen amerikanischen Familie gegen (relative) Feministinnen das Argument habe vorbringen gehoert, dass in Ephesier 5:22 steht, die Frau muss sich dem Mann unterordnen. Diese relativen Feministinnen betonten, dass der Mann aber laut NT die Frau lieben muesse. Sie entgegnete, in der genannten Passage werde nichts ueber Bedingungen gesagt: Die Frau muss sich unterordenen, Punkt, egal, wie sich der Mann verhaelt.

Nun faellt mir eben ein, dass es eine andere Stelle im NT gibt, wo Paulus ebenso unbedingte Unterwerfung unter die Staatsgewalt verlangt (es steht da ebenfalls nichts von Bedingungen, wie dass der Staat gerecht sein muss usw.). Ich frage mich, wie konservative amerikanische Christen dies mit der Existenz ihres Landes selbst vereinbaren koennen: Die USA sind eben aus dem Ungehorsam gegen die Staatsgewalt (die britische Monarchie) entstanden, und Konservative hoeren nicht auf zu betonen, wie der Staat aus unserem Leben sich raushalten soll und wie die Regierenden das Volk fuerchten sollen und nicht andersrum. So sind die USA im Grunde von ihrer Existenz selbst her ein suendiges Land?

(Ich koennte auch fragen, wie der Besitz von Feuerwaffen mit Jesus zu vereinbaren ist und mit dem "die andere Wange hinhalten"...)

Ciao,
Domingo


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BeitragVerfasst: So 23. Jul 2017, 18:01 
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Römer 13:1-7, darin:

"Jede Seele sei den obrigkeitlichen Gewalten untertan, denn es gibt keine Gewalt außer durch Gott."

Allerdings erwartest du doch nicht, daß du Religioten mit Argumenten beikommst, oder? Selbst wenn diese Argumente aus ihren eigenen "heiligen" Büchern kommen. ;)

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"Mangel an historischem Sinn ist der Erbfehler aller Philosophen ... Alles aber ist geworden;
es gibt keine ewigen Tatsachen: sowie es keine absoluten Wahrheiten gibt."


- Friedrich Nietzsche


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BeitragVerfasst: Di 25. Jul 2017, 06:33 
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Marcellinus hat geschrieben:
Römer 13:1-7


Dankeschoen (wo ist der "Daumen hoch" Smiley?)

Zitat:
Allerdings erwartest du doch nicht, daß du Religioten mit Argumenten beikommst, oder?


Es waere aber lustig, zu sehen, wie sie reagieren, wenn man ihnen zeigt, dass sie selbst sich nur das aus der Bibel nehmen, was ihnen passt. Wie wuerden sie sich denn da herauswinden? Eigentlich muessten sie zur Hoelle verdammt werden, oder?


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BeitragVerfasst: Di 25. Jul 2017, 09:54 
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Domingo hat geschrieben:
Marcellinus hat geschrieben:
Römer 13:1-7

Dankeschoen (wo ist der "Daumen hoch" Smiley?)


Gern geschehen! Für irgendwas muß die lange Zeit in weltanschaulichen Foren ja gut gewesen sein. Obwohl, dieses Paulus-Zitat ist mir auch schon als Historiker begegnet. Hat beim Landeskirchenregiment der Protestanten nach der Reformation eine gewisse Rolle gespielt.

Domingo hat geschrieben:
Marcellinus hat geschrieben:
Allerdings erwartest du doch nicht, daß du Religioten mit Argumenten beikommst, oder?

Es waere aber lustig, zu sehen, wie sie reagieren, wenn man ihnen zeigt, dass sie selbst sich nur das aus der Bibel nehmen, was ihnen passt. Wie wuerden sie sich denn da herauswinden? Eigentlich muessten sie zur Hoelle verdammt werden, oder?


Religiotie heißt, seinen Wunsch- und Angstträumen den Vorzug geben vor der beobachtbaren Wirklichkeit. Mit Tatsachen kommst du denen nicht bei, schon deshalb, weil es in Religionen keine Tatsachen gibt. Sie werden also irgendeinen Grund finden, warum du das mit der Bibel falsch verstanden hast (vermutlich, weil du als Ungläubiger die Bibel nicht verstehen kannst, verstockt bis, usw.), auch wenn dieser „Grund“ nur ihnen einleuchtet.

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BeitragVerfasst: Do 27. Jul 2017, 08:45 
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Da scheint nun das Ende dieses Threads gekommen zu sein. Mir faellt nichts mehr zu sagen ein 8-)


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BeitragVerfasst: Do 27. Jul 2017, 09:40 
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Das ist schade, aber nicht zu ändern. Irgendwie ist es mit dem Thema Religion allgemein ähnlich; dafür wie dagegen ist alles gesagt (wenn auch vielleicht noch nicht von jedem). Was Argumente bewirken konnten, ist getan.

„Wer...eine Kritik des Christentums verfasst, beginnt etwas zugleich Abgetanes, als wollte er darlegen, dass die Erde eine Kugel ist, und etwas Aussichtsloses, als bräche er eine Polemik gegen die Schwerkraft vom Zaum, eine donquixotische Paarung des Unnötigen mit dem Unmöglichen. Das ist ein Paradox, aber in ihm gedeiht das Christentum, der Kritik auf das merkwürdigste entrückt und anzusehen wie ein Gespenst, das in der Mittagssonne auf der Hauptstraße spukt.“
(Burkhard Müller)

Gleichzeitig wächst in den westlichen Ländern (ich weiß, der Begriff trifft nicht ganz, aber ich habe auch keinen besseren) weiter die Zahl derjenigen, die sich von den traditionellen Religionen abwenden, während in den muslimischen Ländern, in denen es im Prinzip die gleiche Bewegung gibt, versucht wird, das "Problem" mit Gewalt zu lösen.

Dagegen weniger klar ist, wohin die Reise gehen wird, dort, wo die Menschen die freie Wahl haben. Die alten Tröstungen der Religionen sind unglaubwürdig geworden, und der Zwang, der die Menschen jahrhundertelang in ihrem Bann hielt, ist weitgehend gewichen, oder kann, wie in muslimischen Ländern, nur mit äußerster Brutalität aufrechterhalten werden.

Aber was tritt an seine Stelle, an die des Zwangs wie der Tröstungen? "Evolutionärer Humanismus", "Effektiver Altruismus", oder wie die neuen Ideologien alle heißen? Ich habe starke Zweifel. Das scheint mir ein lohnenderes Thema zu sein als die Debatte über Religionen, die ihre Zeit gehabt haben.

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BeitragVerfasst: Do 27. Jul 2017, 17:50 
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Marcellinus hat geschrieben:
Aber was tritt an seine Stelle, an die des Zwangs wie der Tröstungen? "Evolutionärer Humanismus", "Effektiver Altruismus", oder wie die neuen Ideologien alle heißen? Ich habe starke Zweifel. Das scheint mir ein lohnenderes Thema zu sein als die Debatte über Religionen, die ihre Zeit gehabt haben.


Gewiss. (Was ist "Effektiver Altruismus"?)

Politische Ideologien scheinen mir die neuen Religionen zu sein. Die Leute, die ihnen anhaengen (und wohl sind die meisten Anhaenger von einer), sind nach meiner Erfahrung Argumenten ebenso unzugaenglich wie die Religioesen, und sie reagieren genauso emotional, wenn jemand wagt ihnen zu widersprechen.

Was sagt dies denn ueber die menschliche Natur? :roll:


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BeitragVerfasst: Do 27. Jul 2017, 18:10 
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Beiträge: 771
Domingo hat geschrieben:
Marcellinus hat geschrieben:
Aber was tritt an seine Stelle, an die des Zwangs wie der Tröstungen? "Evolutionärer Humanismus", "Effektiver Altruismus", oder wie die neuen Ideologien alle heißen? Ich habe starke Zweifel. Das scheint mir ein lohnenderes Thema zu sein als die Debatte über Religionen, die ihre Zeit gehabt haben.


Gewiss. (Was ist "Effektiver Altruismus"?)


Siehst du hier: "Effektiver Altruismus"

Domingo hat geschrieben:
Politische Ideologien scheinen mir die neuen Religionen zu sein. Die Leute, die ihnen anhaengen (und wohl sind die meisten Anhaenger von einer), sind nach meiner Erfahrung Argumenten ebenso unzugaenglich wie die Religioesen, und sie reagieren genauso emotional, wenn jemand wagt ihnen zu widersprechen.

Was sagt dies denn ueber die menschliche Natur? :roll:


Nun, daß viele Menschen eine ausgeprägte Neigung zu Wunschträumen haben. Und daß Religionen oder Philosophien offenbar geeignet sind, Menschen zu manipulieren, Einfluß auf sie auszuüben. Dieser Wunsch, Ideologien zur Manipulation anderer einzusetzen, andere ebenso wie sich selbst zu täuschen, scheint unter Nichtreligiösen nicht weniger verbreitet als unter Religiösen. Das läßt in mir schon des längeren die Vermutung wachsen, daß die Bezeichnung "homo sapiens" wohl eher Schönfärberei ist (um das wunderhübsche Fremdwort Euphemismus nicht zu verwenden). :D

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