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 Betreff des Beitrags: Philosophiediskussion II
BeitragVerfasst: Fr 17. Mai 2013, 19:07 
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Diese Thema wurde aus dem Thread "Was denkst Du gerade?" im Bazar abgetrennt.

"II", weil ich den Kalam-Thread als die erste Runde der Diskussion ansehen moechte.


Marcellinus hat geschrieben:
ullr hat geschrieben:
Wo hast du denn diesen Edelstein ausgegraben???
Kompliment!
Meine Güte, der könnte meine Bibel werden...
ullr
PS: Folie 32 ist geil. Zwei Wahnsysteme, eines hält 2500 Jahre, das andere 12.... Grihins...
Nochmal PS: den hat Marcellinus schon mal als Youtube verlinkt, Als ich Thomas Metzinger sah, erinnerte ich mich sofort. Nur, auf mich wirkt Geschriebenes stärker als Gefilmtes...

Ja, als PDF ist es etwas handlicher. Ich habe mir damals die Folien noch mühsam per Hand aus dem Video kopiert. Mit dem Text zusammen ist es natürlich schöner. So sehr ich solche Vorträge mag, nur wer schreibt, der bleibt. Bild

Thomas Metzinger ist wohl ein Philosoph, der versucht, Philosophie an die Naturwissenschaften stärker anzubinden, oder irre ich mich da?
ullr

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 Betreff des Beitrags: Re: Was denkst du gerade?
BeitragVerfasst: Fr 17. Mai 2013, 19:33 
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ullr hat geschrieben:
Thomas Metzinger ist wohl ein Philosoph, der versucht, Philosophie an die Naturwissenschaften stärker anzubinden, oder irre ich mich da?
ullr

Das müssen eigentlich alle Philosophen heute, wenn sie sich nicht vollkommen lächerlich machen wollen. Thomas Metzinger beschäftigt sich vor allem mit der "Philosophie des Geistes". Einfach mal bei amazon nach ihm suchen. Er ist unbestreitbar ein kluger Kerl, und im Streit mit Religiösen ganz nützlich, aber insgesamt halte ich, wie du weißt, Philosophie für eine überholte Disziplin. Auguste Comte hat einmal geschrieben, es sei das Schicksal der Philosophie, die Religion zu überwinden und zur Wissenschaft zu führen - oder in die Religion zurückzufallen. So oder so ist die zeitgenössische Philosophie meiner Ansicht nach ein Übergangsstadium.

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"Mangel an historischem Sinn ist der Erbfehler aller Philosophen ... Alles aber ist geworden;
es gibt keine ewigen Tatsachen: sowie es keine absoluten Wahrheiten gibt."


- Friedrich Nietzsche


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 Betreff des Beitrags: Re: Was denkst du gerade?
BeitragVerfasst: Fr 17. Mai 2013, 20:07 
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Marcellinus hat geschrieben:
Auguste Comte hat einmal geschrieben, es sei das Schicksal der Philosophie, die Religion zu überwinden und zur Wissenschaft zu führen


Das seht aus wie eine sehr evolutionistische Sichtweise, die heute nicht mehr unhinterfragt hingenommen wird. Es ist sehr wohl moeglich, dass es zu allen Zeiten Magie, Religion und Wissenschaft gab - genauso wie sie auch heute nebeinander bestehen.

Ich denke gerade an R. Feynmanns Spruch, den Marcellinus gewiss lieben wird: Die Wissenschaft braucht Wissenschaftphilosophen genauso sehr, wie Voegel Ornithologie brauchen :lol:


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 Betreff des Beitrags: Re: Was denkst du gerade?
BeitragVerfasst: Fr 17. Mai 2013, 21:09 
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Domingo hat geschrieben:
Marcellinus hat geschrieben:
Auguste Comte hat einmal geschrieben, es sei das Schicksal der Philosophie, die Religion zu überwinden und zur Wissenschaft zu führen


Das seht aus wie eine sehr evolutionistische Sichtweise, die heute nicht mehr unhinterfragt hingenommen wird. Es ist sehr wohl moeglich, dass es zu allen Zeiten Magie, Religion und Wissenschaft gab - genauso wie sie auch heute nebeinander bestehen.

Ich denke gerade an R. Feynmanns Spruch, den Marcellinus gewiss lieben wird: Die Wissenschaft braucht Wissenschaftphilosophen genauso sehr, wie Voegel Ornithologie brauchen :lol:

Ja, natürlich. An Comte sind seine Fragestellungen von größerem Nutzen als manche seiner Lösungsvorschläge. Aber es ist doch manch Realitisches an auch dieser seiner Bemerkung. Wohl bestehen auch heute noch Magie, Religion und Wissenschaften nebeneinander, aber es sind andere Formen von Magie und Religion, wo sie sich der Konkurrenz der Wissenschaften erwehren müssen.

P.S.: und ja, der Spruch ist gut. Bild

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 Betreff des Beitrags: Re: Was denkst du gerade?
BeitragVerfasst: Sa 18. Mai 2013, 06:04 
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Domingo hat geschrieben:
Marcellinus hat geschrieben:
Auguste Comte hat einmal geschrieben, es sei das Schicksal der Philosophie, die Religion zu überwinden und zur Wissenschaft zu führen


Das seht aus wie eine sehr evolutionistische Sichtweise, die heute nicht mehr unhinterfragt hingenommen wird. Es ist sehr wohl moeglich, dass es zu allen Zeiten Magie, Religion und Wissenschaft gab - genauso wie sie auch heute nebeinander bestehen.

Ich denke gerade an R. Feynmanns Spruch, den Marcellinus gewiss lieben wird: Die Wissenschaft braucht Wissenschaftphilosophen genauso sehr, wie Voegel Ornithologie brauchen :lol:

Das letzte Gegenbeispiel das mir dazu einfällt, war Poincaré in der Diskussion um den Lichtäther. Da brauchten die Naturwissenschaftler tatsächlich einen Philosophen, der ihnen den Kopf wusch.
Ich schätze mal, sowas wäre bei dem Problem der dunklen Materie auch vonnöten, aber es wird nicht mehr gehen. Da bin ich mit Marcellinus und Feynman einig.
ullr

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 Betreff des Beitrags: Re: Was denkst du gerade?
BeitragVerfasst: Sa 18. Mai 2013, 07:10 
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ullr hat geschrieben:
Das letzte Gegenbeispiel das mir dazu einfällt, war Poincaré in der Diskussion um den Lichtäther. Da brauchten die Naturwissenschaftler tatsächlich einen Philosophen, der ihnen den Kopf wusch.


War der nicht Mathematiker?

Doch im Grunde ist es egal. Die Trennung zw. der Philosophie und den anderen Wissenschaften ist erst spaet erfolgt (Aristoteles haette die wohl nicht vertsanden) und ist wohl etwas kuenstlich. Man kann m.E. durchaus die Ansicht vertreten, dass Logik in der Mathematik aufgeht, Metaphysik in der Kosmologie usw. Nur bei Ethik und praktischer Philosophie wuesste ich keinen Ersatz anzugehen, vielleicht deswegen, weil diese Bereiche wohl sonst immer von der Religion besetzt wurden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Was denkst du gerade?
BeitragVerfasst: Sa 18. Mai 2013, 08:21 
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Domingo hat geschrieben:
ullr hat geschrieben:
Das letzte Gegenbeispiel das mir dazu einfällt, war Poincaré in der Diskussion um den Lichtäther. Da brauchten die Naturwissenschaftler tatsächlich einen Philosophen, der ihnen den Kopf wusch.


War der nicht Mathematiker?

...

Ja. Aber in diesem Streit hat er wohl eher philosophisch argumentiert. Und es wird eher ein Mathematiker/Ingenieur Philosoph als umgekehrt.
:D
Zitat:
Doch im Grunde ist es egal. Die Trennung zw. der Philosophie und den anderen Wissenschaften ist erst spaet erfolgt (Aristoteles haette die wohl nicht vertsanden) und ist wohl etwas kuenstlich. Man kann m.E. durchaus die Ansicht vertreten, dass Logik in der Mathematik aufgeht, Metaphysik in der Kosmologie usw. Nur bei Ethik und praktischer Philosophie wuesste ich keinen Ersatz anzugehen, vielleicht deswegen, weil diese Bereiche wohl sonst immer von der Religion besetzt wurden.

Ja.
Und wer braucht schon Metaphysik? Und wozu ist Ethik gut, wenn Menschenrechte entwickelt, formuliert, angewendet
und weiterentwickelt werden?
ullr

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 Betreff des Beitrags: Re: Was denkst du gerade?
BeitragVerfasst: Sa 18. Mai 2013, 11:28 
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Domingo hat geschrieben:
Die Trennung zw. der Philosophie und den anderen Wissenschaften ist erst spaet erfolgt (Aristoteles haette die wohl nicht vertsanden) und ist wohl etwas kuenstlich. Man kann m.E. durchaus die Ansicht vertreten, dass Logik in der Mathematik aufgeht, Metaphysik in der Kosmologie usw.

Was verstehst du unter "spät"? Wann haben sich Astronomie und Astrologie getrennt, wann Chemie und Alchemie? Isaac Newton war nicht nur ein genialer Physiker, sondern vor allem ein begeisterter Alchemist. Der Abstieg der Philosophie ist untrennbar mit dem Aufstieg der Naturwissenschaften verbunden und der realistischen Erkenntnis, daß die Philosophen dazu nichts beigetragen haben. Gemerkt haben das aber viele von ihnen bis heute nicht.

Domingo hat geschrieben:
Nur bei Ethik und praktischer Philosophie wuesste ich keinen Ersatz anzugehen, vielleicht deswegen, weil diese Bereiche wohl sonst immer von der Religion besetzt wurden.

Wenn ich das richtig verstehe, ist Ethik zusammen mit Politik und Ökonomie ein Teil der "praktischen Philosophie". Da es hier um das geht, "was sein sollte", nicht um das, "was ist", kann man das natürlich Philosophie nennen. Im Bezug auf das Nachdenken über mein persönliches Verhalten, meine eigene Moral, meinen Lebensstil halte ich das auch für möglich. Ethik, wie Politik oder Ökonomie, hat vor allem mit praktischen Auswirkungen auf unser aller Leben zu tun, oder sollte es zumindest haben. Das hätte ich lieber auf eine nachprüfbare, wissenschaftliche Grundlage gestellt gesehen, gemessen an den praktischen Auswirkungen, nicht als das Ergebnis "reinen" Nachdenkens.

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 Betreff des Beitrags: Re: Was denkst du gerade?
BeitragVerfasst: Sa 18. Mai 2013, 17:48 
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Marcellinus hat geschrieben:
Was verstehst du unter "spät"?


2200 Jahre, nachdem Aristoteles gelebt hat? Oder vertrittst Du die Meinung (deren Existenz ich kenne, die mir aber ziemlich unsinnig vorkommt), dass es vor 1500 keine Naturwissenschaft gab?


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 Betreff des Beitrags: Re: Was denkst du gerade?
BeitragVerfasst: Sa 18. Mai 2013, 19:13 
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Domingo hat geschrieben:
Marcellinus hat geschrieben:
Was verstehst du unter "spät"?


2200 Jahre, nachdem Aristoteles gelebt hat? Oder vertrittst Du die Meinung (deren Existenz ich kenne, die mir aber ziemlich unsinnig vorkommt), dass es vor 1500 keine Naturwissenschaft gab?

Nun, wenn man der Ansicht ist, von Naturwissenschaften könnte man erst sprechen, wenn Menschen nach unpersönlichen Zusammenhängen zwischen beobachtbaren Tatsachen suchen, dann sind Wissenschaften in diesem Sinne vermutlich kaum 200 Jahre alt. Was übrigens nicht heißt, daß die vorwissenschaftlichen Vorstellungen der Menschen alle unrealistisch gewesen sind. Nur Wissenschaft als eine organisierte Veranstaltung von Menschen war das nicht.

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