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 Betreff des Beitrags: Der schwere Weg
BeitragVerfasst: Do 27. Nov 2014, 10:11 
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Eben habe ich die Aussage eines Glaubenden gefunden.
Zitat:
"Wenn ich die Wirklichkeit dieser Welt als Sakrament Gottes verstehe, dann erblicke ich Gott in allen Dingen."

Ohne wehtun zu wollen, muß doch gefragt werden: Ist der Ebolavirus auch ein Bild Gottes?
So eine Aussage ist der verzweifelte Versuch, den bösen Webfehler in der Religion des Christentums persönlich in den Griff zu kriegen.
Es geht nicht.
Dieser Glaubende hat Flügel, er traut sich nur nicht zu fliegen. Nun steht er oben, auf dem Gipfel des Berges, ohne Führer, der ist dem Vogel schon gefolgt, und...
ullr

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"Jede Religion hat das Recht, verarscht zu werden." - Heute Show am 31. Okt 2014


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 Betreff des Beitrags: Re: Der schwere Weg
BeitragVerfasst: Do 27. Nov 2014, 13:49 
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Meckys Problem ist, er sucht nach "Sinn", nicht einen Sinn, den man seinem Leben geben könnte, sondern einen, den diese Welt gewissermaßen von innen heraus haben soll. Daß das nur aus der Welt heraus, wie man sie beobachten kann, nicht wirklich geht, ist auch Mecky schon aufgefallen.

In den Griff bekommt man das nur, wenn man diese Welt "einbettet" in etwas "Größeres", etwas "Transzendentes", in dem dann die scheinbaren Mängel dieser Welt wieder aufgehoben und ausgeglichen werden. Nur mit diesem Ausgleich, so habe ich Mecky verstanden, behält er seinen Lebensmut, und aus diesem Grund hält er Verzweiflung über die "Sinnlosigkeit" des Lebens bei Glaubenslosen für zwingend.

Zu welchem Zweck Mecky also seinen Glauben braucht, ist mir klar. Dagegen ist mir nicht klar, wie er sich erklärt, warum diese Welt so ist, daß sie einen "transzendenten Ausgleich" überhaupt braucht, und warum es überhaupt einen "Gott" gibt, der genau seinen Wünschen entspricht.

Man könnte aber auch anders herum fragen, nämlich warum diese Welt überhaupt einen "Sinn" haben muß, wenn er aus dieser Welt selbst heraus ganz offensichtlich nicht erkennbar ist.

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"Mangel an historischem Sinn ist der Erbfehler aller Philosophen ... Alles aber ist geworden;
es gibt keine ewigen Tatsachen: sowie es keine absoluten Wahrheiten gibt."


- Friedrich Nietzsche


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 Betreff des Beitrags: Re: Der schwere Weg
BeitragVerfasst: Sa 29. Nov 2014, 08:20 
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Mecky leidet meiner Meinung nach an dem unlösbaren Widerspruch zwischen der Liebe seines Gottes und dem Handeln des gleichen Gottes in dieser unserer Welt.
Er ist weit und hoch gegangen und steht nun da. Da hilft kein Augustinus, kein Drewermann.
Jetzt hat er nur noch die Flügel seines eigenen Verstandes, aber traut sich nicht, sie auszubreiten, zu springen und sich selber zu vertrauen..
Ich kenne dieses Gefühl sehr gut.
Ich weiß jetzt (im Nachhinein), dass sie halten und tragen.
Und wie... :D
Ob ich allerdings heute, in meinem Alter, diesen Sprung wagen würde, weiß ich nicht. Mecky ist bedeutend jünger, aber viel Zeit hat er auch nicht mehr...
ullr

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 Betreff des Beitrags: Re: Der schwere Weg
BeitragVerfasst: Sa 29. Nov 2014, 15:14 
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ullr hat geschrieben:
Mecky leidet meiner Meinung nach an dem unlösbaren Widerspruch zwischen der Liebe seines Gottes und dem Handeln des gleichen Gottes in dieser unserer Welt.
Er ist weit und hoch gegangen und steht nun da. Da hilft kein Augustinus, kein Drewermann.
Jetzt hat er nur noch die Flügel seines eigenen Verstandes, aber traut sich nicht, sie auszubreiten, zu springen und sich selber zu vertrauen..
Ich kenne dieses Gefühl sehr gut.
Ich weiß jetzt (im Nachhinein), dass sie halten und tragen.
Und wie... :D
Ob ich allerdings heute, in meinem Alter, diesen Sprung wagen würde, weiß ich nicht. Mecky ist bedeutend jünger, aber viel Zeit hat er auch nicht mehr...
ullr


Ja, da hast du wohl recht. Ich weiß, oder besser, ich vermute, dass ihm mein gelegentlich aufkommendes Mitleid für ihn nicht gefallen dürfte. Nichtsdestotrotz tut er mir echt Leid. Sein Dillemma läßt sich nicht auflösen. Und den letzten Schritt vermag er nicht zu machen. Schade.

kurz was dazu senfend..........tribald


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 Betreff des Beitrags: Re: Der schwere Weg
BeitragVerfasst: Sa 29. Nov 2014, 17:53 
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ullr hat geschrieben:
Ob ich allerdings heute, in meinem Alter, diesen Sprung wagen würde, weiß ich nicht. Mecky ist bedeutend jünger, aber viel Zeit hat er auch nicht mehr...
ullr

Zu allem Überfluß hängt bei ihm auch noch die berufliche Existenz dran.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der schwere Weg
BeitragVerfasst: Sa 29. Nov 2014, 18:51 
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Marcellinus hat geschrieben:
ullr hat geschrieben:
Ob ich allerdings heute, in meinem Alter, diesen Sprung wagen würde, weiß ich nicht. Mecky ist bedeutend jünger, aber viel Zeit hat er auch nicht mehr...
ullr

Zu allem Überfluß hängt bei ihm auch noch die berufliche Existenz dran.

Ich denke mal, dieser Spagat wäre zu schaffen. Aber das ginge nur, wenn er wirklich im Kopf frei wäre. Dann ist er nur sich selber und seinen Nächsten verantwortlich und nicht einer Ideologie.
ullr

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 Betreff des Beitrags: Re: Der schwere Weg
BeitragVerfasst: Di 10. Mär 2015, 01:07 
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ullr hat geschrieben:
Eben habe ich die Aussage eines Glaubenden gefunden.
Zitat:
"Wenn ich die Wirklichkeit dieser Welt als Sakrament Gottes verstehe, dann erblicke ich Gott in allen Dingen."

Ohne wehtun zu wollen, muß doch gefragt werden: Ist der Ebolavirus auch ein Bild Gottes?
So eine Aussage ist der verzweifelte Versuch, den bösen Webfehler in der Religion des Christentums persönlich in den Griff zu kriegen.
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Dieser Glaubende hat Flügel, er traut sich nur nicht zu fliegen. Nun steht er oben, auf dem Gipfel des Berges, ohne Führer, der ist dem Vogel schon gefolgt, und...
ullr

Selbstverständlich erblicke ich auch im Ebolavirus Gott. Eben jenen Gott, der die Welt erschaffen hat, und der nicht gespart hat - weder mit Möglichkeiten zum Heil, noch mit Möglichkeiten zum Elend.

Ebolavirus ist (in dieser Allgemeinheit) da eher eine leichtere Übung. Weitaus schwieriger ist es, wenn man einen Säugling vor Augen hat, der an Ebola erkrankt ist: Ein Leiden, das den Säugling nirgendwo hinführt, außer ins Leiden und den Tod.

Aber selbst dies kann ich noch mit den Augen des Glaubens anschauen. Wenn Gott meint, dass dieser Weg für dieses Kind und für die gesamte Menschheit der richtige ist, dann ist es eben so.
Diese Sichtweise kann ich mir natürlich nur als Glaubender leisten, der daran glaubt, dass Gott auch dieses leidende Kind zum Heil führt.

Im Wahrnehmen dieses Elends wird mir noch mal klar, wie andersartig Gott ist. Und wie welt-überlegen er sein muss, so er tatsächlich ein guter und liebender Gott ist. Ist er nicht so überlegen, dass er selbst dieses Baby zum Heil führen kann, dann ist sowieso Matthei am Letzten: Einen Gott, der das nicht kann, ist ein Nichts (selbst, wenn er existiert). Er ist nicht mehr Gott.

Insofern stehe ich sehr wohl zu dem, was ich gesagt habe:
"Wenn ich die Wirklichkeit dieser Welt als Sakrament Gottes verstehe, dann erblicke ich Gott in allen Dingen."


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 Betreff des Beitrags: Re: Der schwere Weg
BeitragVerfasst: Di 10. Mär 2015, 01:10 
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ullr hat geschrieben:
Mecky leidet meiner Meinung nach an dem unlösbaren Widerspruch zwischen der Liebe seines Gottes und dem Handeln des gleichen Gottes in dieser unserer Welt.
Er ist weit und hoch gegangen und steht nun da. Da hilft kein Augustinus, kein Drewermann.
Jetzt hat er nur noch die Flügel seines eigenen Verstandes, aber traut sich nicht, sie auszubreiten, zu springen und sich selber zu vertrauen..
Ich kenne dieses Gefühl sehr gut.
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Und wie... :D
Ob ich allerdings heute, in meinem Alter, diesen Sprung wagen würde, weiß ich nicht. Mecky ist bedeutend jünger, aber viel Zeit hat er auch nicht mehr...
ullr

Dem ist nicht so.
Und auf Augustinus und Drewermann habe ich mich noch nie verlassen: Sie sind zum Teil ganz gute Impulsgeber für meine Gedanken. Mehr können sie aber nicht sein. Normalerweise denke ich lieber selbst, anstatt denken zu lassen.

Das letzte größere Problem, das ich im Glauben hatte, war übrigens von Stefan hervorgebracht. Er hat die Frage gestellt: "Warum versteckt der [Gott] sich so?"
Daran hatte ich einiges zu knabbern und ich habe einige Zeit gebraucht, um die Antwort zu finden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Der schwere Weg
BeitragVerfasst: Di 10. Mär 2015, 09:01 
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Mecky hat geschrieben:
Das letzte größere Problem, das ich im Glauben hatte, war übrigens von Stefan hervorgebracht. Er hat die Frage gestellt: "Warum versteckt der [Gott] sich so?"
Daran hatte ich einiges zu knabbern und ich habe einige Zeit gebraucht, um die Antwort zu finden.

Aber du hast sie gefunden, nicht wahr? Das wundert mich nicht. Im Gegensatz zur realen Welt da draußen brauchen wir uns in unseren Träumen etwas nur kräftig genug zu wünschen, so geht es in Erfüllung. Das einzige, was darunter leidet, ist der realistischere Blick auf diese Welt. Aber der fehlt den meisten Menschen sowieso nicht. ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: Der schwere Weg
BeitragVerfasst: Mi 11. Mär 2015, 07:44 
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Hallo und guten Morgen,Mecky.

Tja...

Viele Ansichten eines Menschen kann man besser verstehen, wenn man -ungefähr- den Weg kennt, der zu diesen Ansichten geführt hat.
Deshalb mein Weg in Kurzform.

gläubiger Katholik bis zum Lebensalter von ca 23 Jahren.

Initialzündung des Zweifels durch die Wiedertaufe meiner damaligen Verlobten bei ihrer Konvertierung zum katholischen Glauben.
"Abermals krähte der Hahn" von Karl Heinz Deschner, Überprüfung der von ihm genannten Fakten, soweit es ging. Es war schwierig, Internet gab es nicht, Ausleihe der Bücher über Fernleihe...

Erkenntnis, dass ich in meinem Glauben brutal belogen wurde.

Austritt aus der Kirche. Mich begleitete die "Kriminalgeschichte des Christentums" von Deschner weiter, die Überprüfung der Fakten wurde durch Internet deutlich einfacher.

persönliche Erkenntnis dass es Gott nicht gibt während einer intensiven, lang andauernden Phase beim autogenen Training. Seitdem bin ich für mich persönlich sehr sicher, dass es Gott nicht gibt. So sicher, wie ich weiß, dass morgen der Stern Rigel des Orionsternbildes um 23:42 h bei 256°56' die Horizontlinie berühren wird, hier am Deutschen Eck. ;)

Erkenntnis, dass Theologen aus logischer Sicht, aus naturwissenschaftlicher, geisteswissenschaftlicher Sicht Lügner im wahrsten Sinne des Wortes sind. Es wird ganz wenige Ausnahmen (vielleicht Bultman, Schweitzer, mit Sicherheit Gerd Lüdemann) geben. Anders als intellektuelle Lügner kann ich sie nicht bezeichnen, wenn sie in einem Buch wissenschaftlicher Erkenntnisse der Sprachwissenschaftler, Historiker, Archäologen vorbehaltlos anerkennen und wenige Seiten weiter so tun, als gäbe es diese Aussagen nicht. Egal, ob Käßmann, Härle, Rahner, Chardin, Ratzinger und wie sie alle heißen mögen, alles die gleiche Mischpoke. Das dürfte die letzte Enttäuschung für mich sein. Einige habe ich ja ein wenig ernst genommen. Und wenn ich so beobachte wie Amateurtheologen in den Foren so tun, als wäre ihre Pseudowissenschaft gleichwertig mit dem Wissen eines Elektromeisters - der kann es sich nämlich nicht leisten hier die Kabel blau-gelb- gestreift anzuschließen und eine Stunde später dem Azubi sagen, du kannst sie auch gelb-gestreift-blau anklemmen... Dann funkt es nämlich... - , ja da fällt mir nur der Ausdruck verlogen ein. Denn blöd sind sie nicht. Also steckt System dahinter.

Und was ist jetzt der Unterschied zwischen der Frage:
"Weshalb handelt Gott böse?"
und
"Weshalb zeigt er sich nicht ?"

Und wie sieht Deine Antwort darauf aus?
Gruß
ullr

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