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 Betreff des Beitrags: Re: Noch ein Philosophiethread
BeitragVerfasst: Mo 15. Sep 2014, 08:49 
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ullr hat geschrieben:
Hallo Domingo,
Zitat:
Apologetenmodus: ...Das Universum kann nicht aus dem Nichts entstanden sein,...
da hat mir mal German Heretic beigebracht, dass es ein "Nichts" nicht gibt.
Das Nichts nichtet eben nicht so vor sich hin... ;) Die Rede vom "Nichts" ist also reine Wortspielerei und läuft letztendlich auf die Argumentation hinaus, dass etwas, das gedacht werden kann, auch existiert.
ullr

Richtig! Das ist der Punkt! Dahin kommt man, wenn sich Philosophen in die Wissenschaften einmischen! Letztlich ist schon die Behauptung, unser Univerum (gibt es eigentlich nur eins?) sei irgendwann entstanden, nicht wissenschaftlich, denn das hieße ja, zu behaupten, irgendwo gäbe es einen Punkt, hinter den man nicht mehr fragen könnte. Die Behauptung eines absoluten Anfangs ist schon für sich mit einer wissenschaftlichen Betrachtungsweise nicht vereinbar.

"Wortspielerei" ist für die Philosophie (wie sie heute verstanden wird) übrigens eine treffende Bezeichnung, denn sie haben sonst nichts als das Spielen mit Worten. :D

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"Mangel an historischem Sinn ist der Erbfehler aller Philosophen ... Alles aber ist geworden;
es gibt keine ewigen Tatsachen: sowie es keine absoluten Wahrheiten gibt."


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 Betreff des Beitrags: Re: Noch ein Philosophiethread
BeitragVerfasst: Mo 15. Sep 2014, 09:42 
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Das war einer der "Höhepunkte" für mich, als ich bemerkte, dass die Argumentation:"Gott kann gedacht werden, also existiert Gott" nicht als Witz gemeint ist, sondern als tatsächliche, ernstzunehmende Aussage. Wenn dem so ist, dann kann man auch "denken" dass Gabriel den Koran dem Kinderschänder Mohamed diktiert hat ... (der konnte doch garnicht schreiben, oddr????) und das Steinigen einer Frau, die ein Fisternöllchen hatte, rechtens ist... Oder in der anderen Richtung, dass die Sintflut, also der Held Noah, eine Metapher für das Wachsen/Werden eines Menschen sprich Pubertät ist... Das ist schon abgefahren...
Mein Standpunkt war ja lange Zeit OK, Gott kann man weder beweisen noch widerlegen, ich halte mich an die höchstwahrscheinliche Aussage, "Es gibt ihn nicht". Aber da steckte der Gedankenfehler des Existenz des Nichts dahinter. Ich denke, heute kann man sicher sagen, Gott existiert nicht. Da zeigen auch die neuesten Untersuchungen über die Entstehung der Zellen hin.
Mir wird immer klarer, wie Ralf König mit seinen drei Comics "Prototyp", "Archetyp" und "Antityp" den Nagel sowas von auf den Kopf getroffen hat...
Mann, ich hoffe bloss, dass ich noch fähig sein werde, diese Bilderbücher mit Lea zusammenzulesen! :D
ullr

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"Jede Religion hat das Recht, verarscht zu werden." - Heute Show am 31. Okt 2014


Zuletzt geändert von ullr am Mo 15. Sep 2014, 11:34, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Noch ein Philosophiethread
BeitragVerfasst: Mo 15. Sep 2014, 10:10 
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Beiträge: 771
ullr hat geschrieben:
Das war einer der "Höhepunkte" für mich, als ich bemerkte, dass die Argumentation:"Gott kann gedacht werden, also existiert Gott" nicht als Witz gemeint ist, sondern als tatsächliche, ernstzunehmende Aussage.

Ja, dicht gefolgt vom "Argument", "es existiert, weil es nicht widerlegt werden kann". Wobei zu diesem Zweck ein transzendentes "Etwas" konstruiert wird, dessen einzige Eigenschaft eben diese Nicht-Widerlegbarkeit ist. Alles andere verschwimmt im metaphysischen Nebel. Gewissermaßen ein übernatürlicher "Mann ohne Eigenschaften".

Und kaum hat der Unbedarfte, sich redlich Wähnende die Nicht-Widerlegbarkeit dieses "Gottes der Philosophen" zugestanden, da bekommt er von den Religiösen die Rechnung für ein komplettes, religiöses Gehirnwaschprogramm präsentiert, das er soeben bestellt habe.

Denn natürlich glaubt niemand an solch einen "Bonsai-Gott". Es ist einfach nur ein Trick in der Debatte, um den Gegenüber auf die schiefe Bahn der Metaphysik zu lotsen, wo er dann prompt ausrutscht.

Ja, ja, auch Weltanschaungen kauft man nicht eben mal an der Haustür, und bevor man ideologische Zugeständnisse macht, sollte man vorher das Kleingedruckte lesen! :lol:

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 Betreff des Beitrags: Re: Noch ein Philosophiethread
BeitragVerfasst: Mo 15. Sep 2014, 17:38 
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Marcellinus hat geschrieben:
Christliche Apologetik schert sich einen Dreck um Argumente.

[...]

Ja, ja, eine Religion gegen die andere! Wenn du jemanden wie Zichichi nicht einmal vom Klimawandel überzeugen kannst, woher nimmst du die Naivität, du könntest ihm überhaupt mit Argumenten kommen, schon gar mit einem "metaphysischen Naturalismus"?


Woher nimmst Du die Idee, ich meinte, Debatten dienten dazu, die Apologeten selbst zu ueberzeugen? Die Debatten dienen dazu, diejenigen zu uberzeugen, die Zweifel haben und unentschlossen sind. Und oeffentlich zu zeigen, dass man selbst Argumente hat und was diese Argumente sind, anstatt die Gegenseite diese Argumente karikieren zu lassen.

(Und bei Deiner Definition bin ich selbst religioes, weil ich ja den metaphysischen Naturalismus [es gibt keine koerperlosen Geister, die zwar den Naturgesetzen nicht unterliegen, in die physische Welt aber eingreifen koennen] fuer wahrscheinlich korrekt halte - nicht fuer "bewiesen", das gibt es ja gar nicht; aber fuer wahrschenlicher als der Supernaturalismus, der ja wissenschafltichen Erkenntnissen widerspricht.)

Zitat:
Wenn die Säkularen Erfolg haben wollen, wenn sie einen wesentlichen Teil des allgemeinen Publikums überzeugen wollen (wollen sie das eigentlich?), müssen sie erst einmal selbst überzeugt sein. Solange man nur eine Metaphysik gegen die andere tauschen will, wird das nichts. Dann muß man diese Überzeugung so vertreten, daß man sie auch verstehen kann, wenn man nicht jahrzehntelang Philosophie studiert hat.


Ich habe gerade eine Definition gegeben, die mMn jeder halbwegs Intelligente/Gebildete sofort verstehen kann *schulterzuck*

Zitat:
Weil die Wissenschaftler selbst nicht die blasseste Ahnung haben, was Wissenschaft eigentlich ist, und wie sie funktioniert


So wissen Philosophen nicht, was Wissenschaft ist, weil Epistemologie usw. Unsinn ist; Wissenschaftler wissen es auch nicht; wer weiss es dann?

Kannst Du mir erklaeren, was Wissenschaft ist und wie sie funktioniert, oder weisst Du das alles auch nicht?

Zitat:
Wissenschaft produziert keine "Wahrheiten", sondern immer nur die jeweils nächsten Fragen. Was also zu kritisieren ist, ist der Wahrheitsanpruch an sich, wie der Erklärungsanspruch von Religion und Philosophie überhaupt. Was nun wirklich nicht schwer sein sollte. Lang genug ist die Liste ihrer Irrtümer nun wirklich.


Die Idee in dem Teil der Ausfuehrungen des Gentleman, den ich nicht uebersetzt habe, ist gerade, Philosophie und Wissenschaft als Kontinuum anzusehen anstatt als getrennte, ja entgegengesetzte Dinge. Die Philosophie, wie sie sich dieser Herr vorstellt, nimmt die Ergebnisse der Wissenschaft auf und denkt daueber nach, was sie fuer Folgen fuer unser Weltbild haben. Philosophie kreieirt dabei selber keine "Erkenntnis", es sei denn im gleichen Sinne wie die Mathematik: man arbeitet heraus, was aus den Voraussetzungen folgt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Noch ein Philosophiethread
BeitragVerfasst: Mo 15. Sep 2014, 19:19 
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Domingo hat geschrieben:
Woher nimmst Du die Idee, ich meinte, Debatten dienten dazu, die Apologeten selbst zu ueberzeugen? Die Debatten dienen dazu, diejenigen zu uberzeugen, die Zweifel haben und unentschlossen sind. Und oeffentlich zu zeigen, dass man selbst Argumente hat und was diese Argumente sind, anstatt die Gegenseite diese Argumente karikieren zu lassen.

Dann ist das ja wohl hier in Ermangelung von christlichen Apologeten wie unentschlossenem Publikum (eigentlich sogar in Ermangelung von Publikum überhaupt) definitiv der falsche Ort. :lol:

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 Betreff des Beitrags: Re: Noch ein Philosophiethread
BeitragVerfasst: Mo 15. Sep 2014, 19:21 
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Faellt mir ein: Diese Diskussion klingt mir ein wenig so, als ob Du politisches Denken/Politikwissenschaft als nutzlosen Unsinn abtun wolltest, mit der folgenden Begruendung:

Politisches Denken hat jede Menge Irrtuemer zustand gebracht. Politikwissenschaftler wollen alles dem Staat unterordnen, die Wirtschaft der Partei unterwerfen, die dann Fuenfjahresplaene entwickeln soll. Marx und Engels sind von einem faschen Menschenbild ausgegangen, was uns dann Stalin, Pol Pot und die Gulags eingebracht hat. Der Kardinalfehler der Politikwissenschaft ist, die menschliche Naturgruendlich zu missverstehen und das Individuum zugunsten der Klassenpolitik zu vernachlaessigen...

Ich und Gary Edwards verstehen Politikwissenschaft als alles und jedes Nachdenken ueber Politik, nicht einfach als synonym mit "Marxismus", und sind uns bewusst, dass es sehr viel antiamrxistische politische Denksysteme gegeben hat und gibt. Und gerade deswegen sind wir der Meinung, dass wir politisches Denke betreiben sollten, allei deswegen, um nicht das ganze Feld den Marxisten zu ueberlassen...


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 Betreff des Beitrags: Re: Noch ein Philosophiethread
BeitragVerfasst: Mo 15. Sep 2014, 19:22 
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Marcellinus hat geschrieben:
Dann ist das ja wohl hier in Ermangelung von christlichen Apologeten wie unentschlossenem Publikum (eigentlich sogar in Ermangelung von Publikum überhaupt) definitiv der falsche Ort. :lol:


Ich sah dies mehr als eine Strategiesitzung ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: Noch ein Philosophiethread
BeitragVerfasst: Mo 15. Sep 2014, 21:07 
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Domingo hat geschrieben:
Marcellinus hat geschrieben:
Dann ist das ja wohl hier in Ermangelung von christlichen Apologeten wie unentschlossenem Publikum (eigentlich sogar in Ermangelung von Publikum überhaupt) definitiv der falsche Ort. :lol:

Ich sah dies mehr als eine Strategiesitzung ;)

Indem sich Ungläubige unterschiedlicher Weltanschauung darüber streiten, wie man hypothetische Argumente von Gläubigen widerlegt, die die vielleicht gar nicht vertreten? Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Geh also dahin, wo Gläubige sind. Ich hab das jahrelang getan. Für dieses Leben reicht es. ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: Noch ein Philosophiethread
BeitragVerfasst: Do 18. Sep 2014, 19:46 
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Niemand mehr hat was zu sagen? Na immerhinhaben wir es auf zwei Seiten geschafft :ugeek:


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 Betreff des Beitrags: Re: Noch ein Philosophiethread
BeitragVerfasst: Do 18. Sep 2014, 21:04 
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Von mir kann man da nicht viel erwarten, ich bin da lieber passiv und lese mit. Aber Marcellinus dürfte schon ziemlich recht haben... Philosophie ist ein ziemlich totes Pferd...
ullr

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