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 Betreff des Beitrags: Empathie
BeitragVerfasst: Mo 18. Aug 2014, 07:50 
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Ich empfinde ziemlich tiefes Mitleid mit dieser Frau.
Ich habe ähnliche Fälle (jawohl "Fälle", Mehrzahl) im eigenen Bekanntenkreis beobachtet.
Ich kopiere mal ihr Eingangsposting hier hinein, ohne Namen, weil ich davon ausgehe, dass der Thread in dem anderen Forum gelöscht wird. Falls es gegen Forenregeln verstößt bzw rechtliche Schwierigkeiten macht, werde ich nach Benachrichtigung den Text kürzen bzw ganz herausnehmen:
Zitat:
Mir ist Folgendes widerfahren:

Ich hatte fünf Jahre lang einen Freund, den ich in seinem 2. juristischen Staatsexamen und in der anschließenden Arbeitslosigkeit mit Rat und Tat (bin selbst Volljuristin und war eher mit der Ausbildung fertig als er, da ich vier Jahre älter bin), also "moralisch", nach Kräften unterstützt habe. Als er dann in Amt und Würden war und man an eine Eheschließung hätte denken können, lernte er an seinem Arbeitsplatz ene andere Frau kennen, mit der es dann auch gleich zur Sache ging. Sie wusste, dass er noch anderweitig liiert war, setzte ihn aber gleich unter Druck, da sie ein "Dreiecksverhältnis auf keinen Fall mitmachen" würde. Es kam zur Trennung; mir blieb ja auch nichts anderes übrig, nachdem er mich innerhalb kürzester Zeit mit ihr betrogen hatte. Mein Exfreund behauptete damals noch, er wolle nun lieber erst einmal eine Weile allein blieben, das hätte er auch der anderen Frau gesagt.

Ich war bei der Trennung bereits 42 Jahre alt; für mich bedeutete das Ganze daher auch den endgültigen Abschied vom Kinderwunsch. In den Folgejahren hatte ich schlimme Schicksalsschläge zu verkraften: Diverse Krankheiten und schließlich (vor drei Jahren) der Tod meiner über 40 Jahre lang chronisch kranken Mutter, Erbauseinandersetzung mit meiner psychisch schwer kranken (wahrscheinlich schizophrenen) Schwester, die in ihrem Leben nie gearbeitet hat. Meinen Erbteil, zu dem die Hälfte meines Elternhauses gehörte, musste ich völlig unter Wert an einen Nachbarn verkaufen, da meine Schwester von mir erwartete, dass ich für sämtliche Kosten und ihren Lebensunterhalt aufkommen sollte; das hätte mich auf Dauer finanziell und nervlich ruiniert. Inzwischen betreibt der Nachbar gegen meine Schwester die bereits von mir vor zwei Jahren eingeleitete Teilungsversteigerung, da meine Schwester partout nicht bereit ist, einem Verkauf auf dem freien Markt zuzustimmen. Sie bewohnt das große Haus allein, will darin alles zu sagen haben und nicht in eine kleine Wohnung umziehen, bezahlen sollen aber ausschließlich andere.

Durch eine Internetrecherche fand ich heraus, dass mein Exfreund diese Tussi Anfang 2010, knapp fünf Jahre nach unserer Trennung, geheiratet hat. Inzwischen haben sie sogar ein gemeinsames, ca. vier Jahre altes Kind. Ich dagegen hatte zum Dank für alles, was ich für ihn getan habe, nach der Trennung überwiegend Kummer und Sorgen.

Im Kirchenblättchen der katholischen Gemeinde, in der sie kirchlich getraut wurden, war seinerzeit abgedruckt, wann ihre sog. Brautmesse war (mitten im Januar, sodass mir sofort klar war, dass es wegen einer Schwangerschaft eine Hochzeit im Sinne von "höchster Zeit" war). Darunter stand: "Wir gratulieren herzlich und wünschen Gottes Segen." In meinen Ohren klang das wie Hohn. Das hat mir quasi den Rest gegeben. Gerade ich war und bin bis heute sehr gläubig (ebenfalls katholisch). Ich hätte es niemals fertig gebracht, in eine Beziehung einzudringen, und habe so etwas auch nie getan. Darauf soll auch noch Gottes Segen ruhen? Das wird obendrein mit dem Geschenk eines Kindes belohnt, während ich mich mit nunmehr 51 Jahren in der genetischen Sackgasse befinde - von meinen anderen Sorgen ganz abgesehen?

Meine Frage:
Segnet Gott wirklich Ehen, die auf dem Unglück eines/einer Dritten aufgebaut wurden? Letztlich hat mir die Gattin meines Exfreundes doch den Mann ausgespannt, und zwar mit voller Absicht. Und er hat das Ganze mitgemacht. Die Trennung liegt inzwischen zwar schon neun Jahre zurück; ich habe seit drei Jahren einen anderen Freund (die Beziehung ist aber auch schwierig und eigentlich nur intensiv-platonisch, das ist ein Kapitel für sich). Aber die damalige Enttäuschung kann ich einfach nicht vergessen und auch bis heute nicht wirklich vergeben, zumal mir dadurch, wie gesagt, die Gründung einer eigenen Familie endgültig zunichte gemacht wurde.

Die Vernichtung von persönlichem Glück durch Religion. Das tritt immer noch genauso brutal und irrational auf wie vor 50 Jahren. Es hat sich nichts geändert.
Den einzigen, aber entscheidenden Fehler, den diese Frau gemacht hat, war, ihr persönliches Glück hinter ihren Glauben und hinter ihren damaligen Lebenspartner gestellt zu haben. Weshalb hat sie nicht rechtzeitig gesagt:
"Mach mir ein Kind!" ?
Was hat sie daran gehindert?
ullr

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"Jede Religion hat das Recht, verarscht zu werden." - Heute Show am 31. Okt 2014


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 Betreff des Beitrags: Re: Empathie
BeitragVerfasst: Mo 18. Aug 2014, 18:17 
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Beiträge: 771
Ich habe große Probleme mit solchen "Ferndiagnosen". In ihrem Post lese ich jemanden, dem vieles in den Beziehungen zu anderen Menschen schief gegangen ist, weil, so erweckt sie den Eindruck, sie selbst zu gutmütig sei und andere sie ausgenutzt hätten. Ob das so ist, oder nicht, kann ich nicht sagen, auch nicht, was das mit Religion zu tun haben soll. Wenn, dann ist es eine sehr naive Version von Religion.

Sie beklagt sich über den "Segen" ihrer Kirche für eine Ehe, und das Nichtberücksichtigen der Trennung ihrer Beziehung, die dem vorausgegangen war (wohlgemerkt 5 Jahre vorher!), einer Beziehung, die man ja wohl eine "voreheliche" nennen muß, und auf der, wie allgemein bekannt sein dürfte, garantiert kein kirchlicher "Segen" ruht.

Die nicht mehr ganz so junge Dame (schließlich ist der Anlaß dieses Dilemmas nauch ihrer Auskunft schon fast zehn Jahre, die Hochzeit ihres Ex schon 5 und die Geburt von derem Kind 4 Jahre her). Irgendwie scheint das alles Schnee von gestern, wenn es nicht überhaupt ein Fake ist.

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"Mangel an historischem Sinn ist der Erbfehler aller Philosophen ... Alles aber ist geworden;
es gibt keine ewigen Tatsachen: sowie es keine absoluten Wahrheiten gibt."


- Friedrich Nietzsche


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 Betreff des Beitrags: Re: Empathie
BeitragVerfasst: Mo 18. Aug 2014, 19:24 
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Registriert: Do 2. Mai 2013, 21:00
Beiträge: 217
ullr hat geschrieben:
Die Vernichtung von persönlichem Glück durch Religion.


Ist es das? Mit kommt das alles wie eine menschlich-allzumenschliche Geschichte vor, die eigentlich nichts mit Religion zu tun hat und wo die Kirche auch nur den "Segen" gegeben hat - also lediglich zeremoniell aufgetreten ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: Empathie
BeitragVerfasst: Do 21. Aug 2014, 09:25 
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Registriert: So 14. Apr 2013, 05:06
Beiträge: 1096
Marcellinus hat geschrieben:
Ich habe große Probleme mit solchen "Ferndiagnosen". In ihrem Post lese ich jemanden, dem vieles in den Beziehungen zu anderen Menschen schief gegangen ist, weil, so erweckt sie den Eindruck, sie selbst zu gutmütig sei und andere sie ausgenutzt hätten. Ob das so ist, oder nicht, kann ich nicht sagen, auch nicht, was das mit Religion zu tun haben soll. Wenn, dann ist es eine sehr naive Version von Religion.

Sie beklagt sich über den "Segen" ihrer Kirche für eine Ehe, und das Nichtberücksichtigen der Trennung ihrer Beziehung, die dem vorausgegangen war (wohlgemerkt 5 Jahre vorher!), einer Beziehung, die man ja wohl eine "voreheliche" nennen muß, und auf der, wie allgemein bekannt sein dürfte, garantiert kein kirchlicher "Segen" ruht.

Die nicht mehr ganz so junge Dame (schließlich ist der Anlaß dieses Dilemmas nauch ihrer Auskunft schon fast zehn Jahre, die Hochzeit ihres Ex schon 5 und die Geburt von derem Kind 4 Jahre her). Irgendwie scheint das alles Schnee von gestern, wenn es nicht überhaupt ein Fake ist.

Möglicherweise ist es ein Fake, da kannst Du natürlich recht haben. Ich muß, wenn ich solche Stories höre, an meine ehemalige Kollegin denken, eine Generation früher als die um die es geht. Deren Leben wurde auch massiv von der Religion bestimmt, sie konnte nicht anders. Und sie war kein "Fake". ;) Die jetzige Sache paßt da schon rein und ihre Gutmütigkeit paßt auch in das Schema der katholischen Frau. Ich gehe davon aus dass ihr erst spät bewußt wurde, was sie alles verspielt hat. Trotz ihrer Intelligenz.
Und wenn es ein Fake ist, dann ist derjenige eine ziemlich Sau, so ein Ding ausgerechnet in den katholischen Teil hinein zu fakelieren. Das wäre noch nicht mal mir eingefallen.
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ullr

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"Jede Religion hat das Recht, verarscht zu werden." - Heute Show am 31. Okt 2014


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