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 Betreff des Beitrags: Re: Dokumentarfilme
BeitragVerfasst: So 6. Okt 2013, 13:34 
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Dan hat geschrieben:
Pirahas, Das glücklichste Volk der Welt

"Wir wollen keine Fremden" sagt einer der Pirahas am Anfang dieser Dokumentation und später "Gott ist ein Fremder. Wir wollen ihn nicht." So einfach und unschlagbar ;)


Ich wage zu bezweifeln, dass die überhaupt kapieren, dass das nicht unbedingt eine Person ist. So einfach und unschlagbar (wie deren Ignoranz) kann man Fremdenfeindlichkeit romantisieren.

Zitat:
Sie unterschieden nur zwischen ein und vielen bei der Benennung der Anzahl von Objekten, aber das ist nur ein faszinierender Aspekt dieser Kultur.


Was ist daran faszinierend? Die Primitivität? Wird Zeit, dass bei denen wer einwandert und einen MCD mit Parkplatz hinsstanzt. :lol:


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 Betreff des Beitrags: Re: Dokumentarfilme
BeitragVerfasst: So 6. Okt 2013, 18:53 
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Crocus hat geschrieben:
Ich wage zu bezweifeln, dass die überhaupt kapieren, dass das nicht unbedingt eine Person ist.


Nicht? *grübel*


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 Betreff des Beitrags: Re: Dokumentarfilme
BeitragVerfasst: So 6. Okt 2013, 19:14 
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Die Piraha werden zB auch in "The Ascent of Humanity" von Jacob Bronowski erwähnt (sind auch ein mir oberflächlich bekanntes Phänomen):

http://en.wikipedia.org/wiki/The_Ascent_of_Man

http://www.ascentofhumanity.com/chapter2-7.php

Der Linguist Daniel Everett soll sich mit ihnen jahrelang befasst haben, mit dem Ergebnis, dass sie buchstäblich zu keinerlei Abstraktion fähig sind und auch nicht dazu in der Lage sind, Abstraktionen zu lernen, obwohl sie sich als willens dazu zeigten.

Wenn sie "Gott" als Fremden nicht wollen, meinen sie offensichtlich schlicht eine Person, die "Gott" heisst, die sie für einen Fremden halten und genau deshalb nicht wollen.

Man mag das für faszinierend, sympathisch oder amüsant halten, letztendlich ist das aber einfach ein stinkprimitiver Ausdruck von Fremdenfeindlichkeit, von dem man absolut nichts lernen kann... Jetzt bräuchte ich das mit den Achseln zuckende Smiley.


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 Betreff des Beitrags: Re: Dokumentarfilme
BeitragVerfasst: So 6. Okt 2013, 21:14 
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Crocus hat geschrieben:
Ich wage zu bezweifeln, dass die überhaupt kapieren, dass das nicht unbedingt eine Person ist.

Dass Gott eine Person ist, ist eine der Hauptaussagen des Christentums. Sonst hätte er nicht als Jesus Christus geboren werden können.

Zitat:
letztendlich ist das aber einfach ein stinkprimitiver Ausdruck von Fremdenfeindlichkeit, von dem man absolut nichts lernen kann...

Außer dass Fremdenfeindlichkeit ein natürlicher und "bedingungslose Nächstenliebe" ein eher utopischer Zustand ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: Dokumentarfilme
BeitragVerfasst: Mo 7. Okt 2013, 01:34 
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JackSparrow hat geschrieben:
Crocus hat geschrieben:
Ich wage zu bezweifeln, dass die überhaupt kapieren, dass das nicht unbedingt eine Person ist.

Dass Gott eine Person ist, ist eine der Hauptaussagen des Christentums.

Das ist falsch und unbiblisch, denn Gott ist Geist:

Joh 4,24 Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten."

Allerdings musste er menschliche Gestalt annehmen, um sich in seinem Eigentum ( Johannes 1, 11) erkennbar zu machen, da nicht jeder gewillt ist brennende sprechende Dornbüsche, die Stimme aus ausbrechenden Vulkanen oder auch vom Himmel herabfahrende Tauben, als Gott anzuerkennen...
Wobei- so ein bileamischer, plötzlich sprechender Esel, könnte mich durchaus überzeugen ;)

Wenn nun schon so mancher Christ Schwierigkeiten damit hat, die Trinität zu begreifen oder zu erklären, wie um alles in der Welt sollen dann die Pirahã das verstehn und vor allem , wie übersetzt man das in deren Sprache?


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 Betreff des Beitrags: Re: Dokumentarfilme
BeitragVerfasst: Mo 7. Okt 2013, 06:44 
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Ich denk, da hast Du was gruendlich missverstanden. "Geist" steht gar nicht mit Gottes Personsein im Widerspruch; es bedeutet nur, dass er nicht materiell ist.

In vielen Konfessionen des Christentums ist Gott ja sogar drei Personen, nicht bloss eine...


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 Betreff des Beitrags: Re: Dokumentarfilme
BeitragVerfasst: Mo 7. Okt 2013, 10:25 
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Beiträge: 519
Domingo hat geschrieben:
Ich denk, da hast Du was gruendlich missverstanden.

Ich denke, dass es sich nicht um ein Missverständnis handelt

Zitat:
"Geist" steht gar nicht mit Gottes Personsein im Widerspruch;
es bedeutet nur, dass er nicht materiell ist.

Es bedeutet , dass der Ursprung ( der Schöpfer) alles Seins als Person(Vater, selbstverständlich männlich) "gedacht"wird, dass vereinfacht die Sache für Religiöse eben ungemein...

Zitat:
In vielen Konfessionen des Christentums ist Gott ja sogar drei Personen, nicht bloss eine...

Meiner Meinung nach, ist "Gott" lediglich ein Titel/eine Auszeichnung , wie König oder Führungskraft:

Johannes 10,34
Jesus antwortete ihnen: Steht nicht geschrieben in eurem Gesetz (Psalm 82,6): »Ich habe gesagt: Ihr seid Götter«?
Wenn er "die" Götter nennt, zu denen das Wort Gottes geschah - und die Schrift kann doch nicht gebrochen werden -, wie sagt ihr dann zu dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat: Du lästerst Gott -, weil ich sage: Ich bin Gottes Sohn?


Ich würde diesen Geist, den man Gott nennt eher noch mit Zeitgeist vergleichen ,der eben das Denken und Fühlen eines Menschen bestimmt, insofern dieser Mensch an dieses Geistwesen und dem Inhalt eines Buches Glauben (Vertrauen) schenkt..
Vielleicht glauben die Pirahã ja auch an irgend eine unsichtbare Kraft und denken sie als Person, wenn nicht, umso besser.


Zuletzt geändert von Alice am Mo 7. Okt 2013, 10:43, insgesamt 2-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Dokumentarfilme
BeitragVerfasst: Mo 7. Okt 2013, 10:41 
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Crocus hat geschrieben:
Wenn sie "Gott" als Fremden nicht wollen, meinen sie offensichtlich schlicht eine Person, die "Gott" heisst, die sie für einen Fremden halten und genau deshalb nicht wollen.

Vielleicht haben sie diesen Gott nicht deshalb abgelehnt, weil er ein Fremder ist (denn ich hatte nach ansehn der Doku nicht den Eindruck , dass sie generell fremdenfeindlich sind), sondern möglicherweise deswegen, weil sie in dieser Lehre keinerlei Nutzen für sich erkannten.
Die wollen halt einfach ihre Ruhe haben und sind zufrieden mit ihrem Leben, so wie es ist.
Ab und wann Besuch von Fremden empfangen und paar nützliche Geschenke, finden sie sicher recht gut, aber ansonsten wollen sie vielleicht nicht, dass ihnen irgendwer was gegen ihren Willen aufzwingt-ist doch verständlich....
Was der Bauer ned kennt, frisst er ned ... ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: Dokumentarfilme
BeitragVerfasst: Mo 7. Okt 2013, 14:35 
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Ich ignoriere mal deine schlechte Laune :mrgreen:


Crocus hat geschrieben:
Dan hat geschrieben:
Pirahas, Das glücklichste Volk der Welt

"Wir wollen keine Fremden" sagt einer der Pirahas am Anfang dieser Dokumentation und später "Gott ist ein Fremder. Wir wollen ihn nicht." So einfach und unschlagbar ;)


Ich wage zu bezweifeln, dass die überhaupt kapieren, dass das nicht unbedingt eine Person ist. So einfach und unschlagbar (wie deren Ignoranz) kann man Fremdenfeindlichkeit romantisieren.

Ein weiterer faszinierender Aspekt ergibt sich aus der Tatsache, dass die Pirahas keinerlei ähnliche göttliche Entwürfe besitzen, mit denen sie zumindest, beispielsweise mittels Naturgöttern eine monotheistische Gottesvorstellung nachempfinden könnten. Ein wichtiger Punkt bei der Frage, wie wo und warum religiöse Vorstellungen entstanden sind, wobei immer wieder behauptet wird, diese wären dem Menschen bei der Menschwerdung quasi immanent oder, noch kurioser, die Menschen hätten so etwas wie ein Gottesgen. Ein Beispiel reicht, um diese Behauptungen in das Reich der Märchen zu verweisen, danke Pirahas. :)

Meine Vermutung, dass religiöse Vorstellungen erst in größeren Menschenansammlungen als eines Clanes von bis zu 90 Mitgliedern entstanden sind und sich erfolgreich für das weitere Vorankommen dieser größeren Dörfer und Städte erwiesen, deckt sich nun auch u.a. durch die Aussage Volkers, dass Religion vor allem der Unterwerfung von Menschen dient. Und das hat in einer großen unübersichtlichen städtischen Situation Sinn und da ergibt sich auch der 'evolutive' Vorteil, die Masse zu einen und dem einen Boss zu dienen.


Zitat:
Zitat:
Sie unterschieden nur zwischen ein und vielen bei der Benennung der Anzahl von Objekten, aber das ist nur ein faszinierender Aspekt dieser Kultur.


Was ist daran faszinierend? Die Primitivität? Wird Zeit, dass bei denen wer einwandert und einen MCD mit Parkplatz hinsstanzt. :lol:

Leider haben sie den bekommen, den Fortschritt per elektrischem Strom aus dem Generator, Fernseher, Toilettenanlagen und Schule. Dabei habe ich allerdings schwere Zweifel, ob das die richtigen Entscheidungen waren. Denn die Pirahas können all das gar nicht bezahlen und brauchten es bisher auch nicht. Diese Errungenschaften moderner Zivilisation den Pirahas nahezubringen, wird diese Kultur auslöschen.


Zitat:
Man mag das für faszinierend, sympathisch oder amüsant halten, letztendlich ist das aber einfach ein stinkprimitiver Ausdruck von Fremdenfeindlichkeit, von dem man absolut nichts lernen kann...

Ist der Texaner, der einen unbefugten Eindringling auf seinem Grund und Boden oder in seinem Haus einfach abknallt, fremdenfeindlich? Ich muss hier nix über Xenophobie schreiben, hoffe ich, aber für die Pirahas ist ihre nähere Umgebung ihr 'Haus und Hof'. Das ist wohl offensichtlich. Und also auch ihr gutes Recht zu bestimmen, wer in ihr 'Heim' eindringen darf.

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"Nichts ist besser als die Furcht vor einem Feind, um den Pöbel unter Kontrolle zu halten!"

Publius Cornelius Scipio Nasica (Römischer Senator 145 v.u.Z.)


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 Betreff des Beitrags: Re: Dokumentarfilme
BeitragVerfasst: Mo 7. Okt 2013, 15:19 
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Registriert: Mo 3. Jun 2013, 16:04
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Alice hat geschrieben:
Dan hat geschrieben:
Das Unterbewusstsein sammelt im Laufe der Jahre sehr viele wichtige Informationen, die für das (Über) Leben sorgen. Insofern sind wir nicht fremdbestimmt, wenn dieses Unterbewusstsein uns zBeispiel immer wieder mal 'einredet', dass unser Lieblingsessen auf den Tisch kommen sollte oder, ganz banal, wir hätten jetzt Durst nach Cola. Der Mode-, Musik-, Kleidungs-, Essens- oder etc. Geschmack sind erlernte Bevorzugungen, die helfen,......
uns der jeweiligen Situation entsprechend optimal zu verhalten.

Also doch fremdbestimmt durch Umstände und....wissen wir denn in jeder Situation wie wir uns optimal verhalten sollen?
Wer gibt " in gewissen Situationen" vor, was optimal wäre.
Der Verstand oder Emotionen(Empfindungen) oder Erfahrungswerte....?

Die allermeiste Zeit wuchs der Mensch doch eher in natürlicheren Gegenden auf, als mit Autos zwischen Wohnblöcken herum zu düsen. Ergo müssen wir uns in diese Zeit versetzen, um erkennen zu können, warum der Mensch is(s)t, was er is(s)t ;)

Die Menschen oder unsere Vorfahren wuchsen also in einer bestimmten Gegend auf, mit ihren natürlichen Vorkommen, mit ihrer regional unterschiedlichen Flora und Fauna, mit einen speziellem Klima, angepasster Kleidung und einem speziellem Essverhalten etcetc. Das Verhalten, die Jagdtechniken, die Kleidung usw. übernahmen die Kinder unbewusst von ihren Eltern und aßen eben nicht die giftigen Pilze, an deren sie gestorben wären. Die Heranwachsenden lernten so, sich an ihre Umgebung optimal anzupassen, denn die Menschen, die das Wissen und die Erfahrungen ihrer Eltern missachteten, gehörten überwiegend nicht zu denjenigen, die erfolgreich Kinder in die Welt setzten.

In dieser erfolgreichen Verhaltensanpassung lag der evolutive Vorteil und dieser wurde zum großen Teil unbewusst übernommen, welches sich in der Bauernweisheit wieder findet, "was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht". Insofern würde ich eben nicht davon sprechen, dass dieses erlernte Verhalten fremdbestimmt ist, sondern lediglich unsere Erfahrungen sammelt, mit der ein optimales Überleben gesichert ist.

In unserer globalen Welt wissen wir nicht zu jeder Zeit und an jedem Ort, welches das optimale Verhalten wäre, aber dafür gibt's ja Reiseführer ;) . Für alle Situationen, die auftreten könnten, gibt es selbstverständlich keine Erfahrungen, aber dafür haben wir ja unseren Verstand, der dann (grob gesagt) in Aktion tritt, wenn unsere Erfahrungen nicht ausreichen oder schlicht fehlen.

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